×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Silver Wilkinson

Bibio

»Die musikalische Entsprechung zu Instagram und Hipstamatic«, kommentierte ein Leser das letzte Album von Bibio im Intro-Forum.
Geschrieben am

Autor: intro.de

Eine Analogie, die auch auf »Silver Wilkinson« sofort zutrifft, ohne das auch nur im Entferntesten abwertend zu meinen. Klar, das warme Prasseln der Auslaufrille, das Leiern eines Kassetten-Decks und was sich eben sonst noch alles als akustische Vignette und Sepia-Filter auffahren lässt, sind hier von der ersten Sekunde an stete Begleiter. Nur schälen sich aus dieser digitalen Patina einmal mehr wunderschöne Songs, die sich gar nicht unter der binären Staubschicht verstecken müssten.

Kam der Vorgänger noch ungewöhnlich selbstbewusst daher, nimmt sich Steven Wilkinson offensichtlich wieder etwas zurück, ja fast so, als würde er den temporären Übermut von »Mind Bokeh« ein wenig bereuen. Es dauert seine Zeit, bis der erste Beat einsetzt. Vier Songs und fünfzehn Minuten müssen verstreichen, bis überhaupt erst diese für Bibio typische Hymne einsetzt, euphorisch und treibend, aber dennoch voller Weltschmerz. Und spätestens dann weiß der Hörer auch, wofür er die ersten fünfzehn Minuten ausgeharrt hat.

In drei Worten: Sepia / Grower / Understatement