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Changing Horses

Ben Kweller

Ist Country konservativ? Kann, muss aber nicht. Klar, so einiges in Nashville Produziertes, in Country-Sendern Abgedudeltes ist nichts anderes als "Musikantenstadl" made in USA.
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Ist Country konservativ? Kann, muss aber nicht. Klar, so einiges in Nashville Produziertes, in Country-Sendern Abgedudeltes ist nichts anderes als "Musikantenstadl" made in USA.

Aber außerdem gab bzw. gibt es doch Hank Williams, Johnny Cash, Willie Nelson, Kris Kristoffersen - einen das "andere Amerika" besingenden, nicht ganz so biederen "Alternative Country". Auch so manche Popmusiker haben nach Ausflügen in jene Gefilde grandiose Alben hinterlassen: Bob Dylan, Grateful Dead, Neil Young, Wilco, Lambchop oder Beck. Nun hat es auch den 28-jährigen Ben Kweller, der einmal als der Shootingstar der Antifolk-Szene galt, aber eher ein Post-Grunger war, mit seinem vierten Studioalbum dorthin verschlagen. Den Kurswechsel, der nur ein äußerlicher ist, ausgelöst hat seine jahrelange Liebe zu dieser Musik. Und alle Achtung: "Changing Horses" ist ein beachtliches Werk. Selbst wer mit old-fashioned Sounds und Styles wie Steel Guitar und Bluegrass nichts anfangen kann, wird von Kwellers famosem Songwriting beeindruckt sein. Alle Gitarristen, die an mehr interessiert sind als an Powerchords, werden das Album sowieso lieben: Die virtuose, doch stets songdienliche Gitarrenarbeit ist brillant; mit Mike Strout, der schon auf Kwellers 2004er-Album "On My Way" mitmischte, hat dieser sich einen Saitenzupfer an Bord geholt, der stilistisch zwischen Jerry Garcia und Ry Cooder oszillierend vor Einfällen nur so sprudelt. Aussteigen, die Pferde werden gewechselt.