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Ben Kweller

Ben Kweller

Während die Musik so fidel hin und her wippt, singt der Goldgelockte einmal ganz unverblümt: „I want to rock’n’roll“, und ich komme mir wieder vor wie 73. Also 1973, wenn’s recht ist, aus der Bravo purzeln David-Cassidy- (oder wahlweise: Susan-Dey-) Poster, die Erwachseneren hören „Greetings From As
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Autor: Müller

Während die Musik so fidel hin und her wippt, singt der Goldgelockte einmal ganz unverblümt: „I want to rock’n’roll“, und ich komme mir wieder vor wie 73. Also 1973, wenn’s recht ist, aus der Bravo purzeln David-Cassidy- (oder wahlweise: Susan-Dey-) Poster, die Erwachseneren hören „Greetings From Asbury Park“, und dazwischen gibt es immer noch Big Star. Nein, das Wort „altmodisch“ habe ich gar nicht verwendet. Jedenfalls: Ben Kweller. Nach wie vor sehr bübische Erscheinung mit Wunderkind-Leumund, die sich frei Schnauze irgendwo zwischen „Mozart des Power-Pop“ und „Singer/Songwriter-Überflieger“ einpendelt. Basis solchen Urteils: die reine Melodieseligkeit, trickreiche Arrangements, die den 2002 erschienenen Abräumer „Sha Sha“ und den Nachfolger „On My Way“ zierten. Darauf kann man auch jetzt bauen (abgesehen vom etwas dusselig wirkenden Ausklang „This Is War“). Kwellers Weg führte mal kurz zu Adam Green und den Anti-Folkies, aber jetzt saß er alleine mit Produzent Gil Norton im Studio, hat alle Instrumente vom Klavier bis zur Triangel selbst gespielt und manche persönliche Rückschau intoniert. Und wenn das also den maximalen Kweller mit all seinem Humor, seiner Verbindlichkeit und dem zarten Schmelz ergibt, bindet er doch alles nach alter Väter Sitte mit geradezu klassischen Rock-Motiven ab. Ganz so, als habe er auf der Studio-Toilette Bruce Springsteen, Steve Miller und Tom Petty getroffen. „Junge, weißt du eigentlich, dass du einer von uns bist?“ könnten die ihm ins Ohr geraunt haben.