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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

On My Way

Ben Kweller

Man weiß sofort, wer von den sieben Typen, die das Coverfoto zieren, Ben Kweller ist. Er ist der Einzige, der eine Jeans trägt. Er ist der Einzige, der überhaupt etwas anhat. Er ist der Einzige, der ein Mensch ist. Denn die anderen sechs sind Wölfe. Das setzt sofort die muntere kleine Assoziations
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Man weiß sofort, wer von den sieben Typen, die das Coverfoto zieren, Ben Kweller ist. Er ist der Einzige, der eine Jeans trägt. Er ist der Einzige, der überhaupt etwas anhat. Er ist der Einzige, der ein Mensch ist. Denn die anderen sechs sind Wölfe. Das setzt sofort die muntere kleine Assoziationsmaschine in Gang, die dann Ergebnisse à la »Mit den Wölfen heulen« und »homo homini lupus« auswirft, die man je nach Gesinnung als ironische Statements zur Lage der Musikindustrie und/oder der Gesellschaft goutieren kann. Schon mal gut am Start, der Mann, der wirklich everybody’s darling zu sein scheint. Wohin man auch blickt, von Mojo bis NME, nur Lobeshymnen. Und das, seitdem der gebürtige Texaner nach Brooklyn zog und vor drei Jahren das viel gepriesene Debüt ›Sha Sha‹ veröffentlichte, sich selbst im Post-Grunge- und Antifolk-Umfeld verortend und auch entsprechend rezipiert. Ein Lakoniker vor dem Herrn, der lieber einen schlechten Freund verliert, als auf einen guten Kalauer wie in ›Ann Disaster‹ zu verzichten. Gute Rahmenbedingungen also eigentlich, um Ben Kweller wohl gesonnen zu sein – zumal er letztens auch noch als The Three Bens mit Ben Lee und Ben Folds on tour war. Und doch kann ich diese überbordende Euphorie nicht ganz teilen. Allzu straight, beinahe rockistisch kommen diese Songs daher, dynamisch zwar, aber nichts bleibt wirklich haften. Die besten Momente hat diese Platte, wenn Kweller das Klavier und nicht die Gitarren ins Zentrum rückt, wenn er nicht Evan Dando, sondern Billy Joel sein will, in ›Living Life‹ und ›Different But The Same‹, zwei Songs, die für den mediokren Rest mehr als entschädigen.