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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

61

Belasco

Als ich das letzte Mal von Belasco hörte, hieß es, dass sie sich aufgelöst hätten. “Schade”, dachte ich damals, “die einzige Brit-Band, die es nie geschafft hat, in ihrer Heimat auf einen grünen Zweig zu kommen, ist genau daran zerbrochen.” Denn in der Tat könnte man den Werdegang der Londoner als i
Geschrieben am
Als ich das letzte Mal von Belasco hörte, hieß es, dass sie sich aufgelöst hätten. “Schade”, dachte ich damals, “die einzige Brit-Band, die es nie geschafft hat, in ihrer Heimat auf einen grünen Zweig zu kommen, ist genau daran zerbrochen.” Denn in der Tat könnte man den Werdegang der Londoner als irrwitzig bezeichnen, wenn er nicht so unglücklich wäre. Ziemlich früh in ihrer Karriere fanden sie eine Homebase für sich, das treue und tapfere deutsche Indielabel Supermusic. Von diesem Startblock aus taten sie wirklich alles dafür, in Kontinentaleuropa und auch auf ihrer Insel Erfolg zu haben. In Deutschland klappte das in einem kleinen Rahmen auch, in ihrer Heimat aber nie. Selbst ein kurzfristiger Majordeal führte zu nichts Zählbarem. Trotz dieser ernüchternden Erfahrung, nach der schon viele andere Bands ihren endgültigen Abschied gegeben haben, wagen Belasco also doch wieder den Neustart im alten Umfeld. Und ich kann an “61” wie schon an ihren alten Platten wirklich nichts ausmachen, was für Embrace, Starsailor, Keane und all die anderen nicht schon zum großen Erfolg gereicht hätte. Belasco können Balladen genauso wie Rock, sie haben eine ordentliche Bandbreite an Stilmitteln, die allesamt die Atmosphäre zur großen Geste besitzen, sie sind melodiös und lieben klassisch pathetische und selbstverliebte Stimmungen. Ergo sind sie für mich leider genauso mittelmäßig und durchgekaut wie diverse ihrer Genregenossen. Aber wieso sind gerade sie dann nicht erfolgreich? Das finde ich ungerecht. All die Fans der oben genannten Bands sollten sich statt der letzten Keane lieber Belasco-Platten kaufen. Denn ihre bisherigen Lieblinge haben schon genug verdient. Ihr werdet sehen – Belasco sind keinen Deut schlechter.