×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Guero

Beck

Wie nicht anders zu erwarten, fällt Dauerwunderkind Beck Hansen etwas Besseres ein, als sich nach dem ausgereiften Songwriteralbum „Sea Change“ in der Erwachsenenrockecke abstellen zu lassen. Er legt mit einer Beat-orientierten Platte nach, die sich am ehesten mit seinem Debüt „Mellow Gold“ oder des
Geschrieben am

Wie nicht anders zu erwarten, fällt Dauerwunderkind Beck Hansen etwas Besseres ein, als sich nach dem ausgereiften Songwriteralbum „Sea Change“ in der Erwachsenenrockecke abstellen zu lassen. Er legt mit einer Beat-orientierten Platte nach, die sich am ehesten mit seinem Debüt „Mellow Gold“ oder dessen Nachfolger „Odelay“ vergleichen lässt. Produziert wurde mal wieder von den Dust Brothers. Zeit für eine detaillierte Track-by-Track-Review:

1. Die Vorab-Single „E-Pro“ kombiniert gekonnt Bluesrock-Riffs mit Mexiko-Flavour. Klingt abgedroschen, funktioniert aber, weil man dem Track anhört, dass Beck durchaus versteht, was da draußen zur Zeit musikalisch passiert.
2. „Que Onda Guero“ besticht durch ein lustiges Hornsample und hört sich an wie „Loser“ auf Spanisch.
3. „Girl“: Cheesy Casio-Keyboard-Madness leitet den ersten richtigen Song des Albums ein. Geschrammelte Akustikgitarre über flottem Beat, die alte Beckschule eben.
4. „Missing“: Antonio-Carlos-Jobim-Bossa-Nova vs. orientalische Streicher.
5. Ein treibender Beat, ein einfaches 60s-Gitarrenriff und ein rasselndes „Black Tambourine“.
6. Was auch immer man sich unter „Earthquake Weather“ vorzustellen hat. In der musikalischen Umsetzung lassen sich ein extrem entspannter Groove und eine catchy Hookline weder von einer total zerstörten Fazer-Gitarre noch von psychedelischem Hintergrundlärm aus der Ruhe bringen.
7. „Hell Yes“ bedient sich ordentlich bei den Neptunes: tighter Beat, oldschooliger Rap, Vocoder-Hookline. 8. „Broken Drums“ beginnt wie „Devil’s Haircut“ nur mit angezogener Handbremse.
9. „Scarecrow“: Furcht einflößendes Gefiepe, Steady Drumbeat, narkotisierend, in die Länge gezogen.
10. „Go It Alone“ entstand in Zusammenarbeit mit Jack White. Wer es sich leicht machen möchte, sagt, es klingt wie eine Mischung aus Beck und den White Stripes.
11. Ein weiterer typischer Becksong ist „Farewell Ride“: dicker Beat, verzerrter Rap, irrer Lärm im Hintergrund.
12. „Rental Car“: total verrückte Hippierocknummer.
13. „Emergency Exit“: Mit einem Fußschellen-rasselnden Folksong stolpert sich Beck aus dieser Platte, deren Qualität im zweiten Teil leider etwas nachlässt.