×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

GB 1999

Beautiful People

Englische Fußballfans sind rechte Säue. Ein beträchtlicher Teil zumindest. Allerdings unterscheidet sie das nicht gerade vom britischen Establishment, auch wenn es da ein wenig subtiler zugehen sollte ... Was, wenn die Tochter eines reichen Briten einen armen Kosovo-Flüchtling heiraten will? Oder we
Geschrieben am

Autor: intro.de

Englische Fußballfans sind rechte Säue. Ein beträchtlicher Teil zumindest. Allerdings unterscheidet sie das nicht gerade vom britischen Establishment, auch wenn es da ein wenig subtiler zugehen sollte ... Was, wenn die Tochter eines reichen Briten einen armen Kosovo-Flüchtling heiraten will? Oder wenn der völlig zugedröhnte Hooligan plötzlich, per Rosinenbomber, mitten im Krisengebiet abgeworfen wird? Solche Koinzidenzen treten in geballter Form eigentlich nur bei Disney auf. Aber es kommt noch besser: Der Böse ist der Gute, der Gute war zumindest mal der ganz Böse, Serben und Kroaten schlagen sich im Krankenhaus, exzessiver Drogenkonsum und Amputation von Körperteilen dürfen auch nicht fehlen. War das verwirrend? So ist der Film! Ein Nebenschauplatz löst den anderen ab, ständig tauchen urplötzlich neue Figuren auf, die scheinbar nichts mit den anderen zu schaffen haben. Man schwankt zwischen Lachen und Augenzuhalten, zwischen Verwirrung und der Erkenntnis, dass man ja gerade diese eine Person vorhin schon einmal gesehen hat. Langweilig wird es jedenfalls nicht, es sei denn, man war kurz abwesend und hat den Faden zum jeweilig aktuellen Nebenstrang verloren, aber dann kann man ja einfach auf den nächsten warten. Hat man sich jedoch durch den ganzen Film gekämpft und jeden Subplot mit Adleraugen verfolgt, will sich die von der Auflösung erhoffte Belohnung nicht so recht einstellen. Zum Ende hin macht es sich Jasmin Dizdar etwas einfach, der Verlauf der Story gerät zu beliebig, zuweilen kitschig, gemessen an den Krassheiten, denen man sich vorher ausgeliefert sah. Dennoch ist “Beautiful People” ein mutiger Film, anstrengend zu sehen zwar, aber im nachhinein immer besser. Schade nur, dass er letzten Endes nicht so ganz die Kurve kriegt und selbstgesteckten Erwartungen nicht wirklich gerecht werden kann.