×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Beatshots

Beatshots

Sie singen über Beziehungskisten und meinen Porno, sie sind ihre größten Fans und wollen kein Geld: Die Beatshots machen Darmstadt zum neuen London.
Geschrieben am
Sie singen über Beziehungskisten und meinen Porno, sie sind ihre größten Fans und wollen kein Geld: Die Beatshots machen Darmstadt zum neuen London.

"It's all about the tits & teeth" - so lautet ihr kühnes Motto. Seit ihrer Gründung im März vergangenen Jahres sammeln sie auf hessischen Bühnen fleißig Ruhm. Zur Band gehören nicht nur Emma McLellan (Gesang, Gitarre, Percussion), Benny Mugler (Gitarre), Sandra Grundel (Schlagzeug) und Ferry Helene (Bass), auch eine Gummipuppe ist immer dabei und verfügt über eine eigene MySpace-Repräsentanz.

Entsprechend dreckig, wenngleich melodiös dann auch der Sound: New Wave, Post-Punk und Electro, wie er auch von der Insel stammen könnte. Die Beatshots haben das Zeug dazu, die kleine Großstadt Darmstadt zum London Südhessens zu machen. Tatsächlich ist Sängerin Emma gebürtige Britin. Sie blieb vor fünf Jahren im Rahmen eines Erasmus-Semesters dort hängen, "weil das Bier wenig kostet und die Mieten niedrig sind". Die Beatshots klingen einerseits wie eine sehr tanzbare Mischung aus Bloc Party und Maxïmo Park, andererseits greifen sie Electro-Einflüsse im Stil der frühen Infadels und CSS auf. Ferner glauben sie sich von New Young Pony Club und The Whip beeinflusst.

Aber große Vorbilder brauchen sie nicht, denn sie sind selbst ihre größten Fans. "Das hat Pete Townshend einmal über The Who gesagt. Das trifft es", sagt Benny. "Wir wollen Musik machen, zu der wir selbst tanzen würden." In diesem Sommer haben die Beatshots fast kein Festival ausgelassen und im Juli eine Mini-Tour gespielt. Fast hätte das nicht geklappt, denn plötzlich war der Drummer weg. In letzter Sekunde konnte man dann Sandra für die Band gewinnen. "Irgendwie ist das immer so", sagt Emma, "wir machen vieles auf den letzten Drücker." Es soll sogar schon vorgekommen sein, dass die vier nach Auftritten verpeilt haben, ihre Gage einzufordern.

Live sind die Beatshots aber alles andere als chaotisch: Die eher stille Sandra bekommt ein Grinsen, als hätte sie gerade einen Orgasmus nach dem anderen, Benny verwandelt sich mittels Körperverrenkungen in Lukas Wooler, und Emma arbeitet mit coolen Sprüchen an einer Porno-Attitüde, die man zunächst nicht ernst nimmt, weil die Songtexte ganz harmlos vom Verlorensein in der Welt und Beziehungsschwierigkeiten handeln. Doch dann steigert sich alles buchstäblich zum Höhepunkt, wenn die beiden Damen zu "We Will Save Your Souls" zusammen das Schlagzeugsolo spielen und bei "Play You Play Me" um die Wette stöhnen. Dann kommen die Gummipuppen.