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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Besucht ihn in Australien!

Barbagallo live in Köln

Julien Barbagallo singt zwar auf Französisch, die Songs, die er im Kölner Yuca spielt, erinnern aber eher an die seiner eigentlichen Band Tame Impala, als an klassische Chansons.
Geschrieben am
21.2.2018, Köln, Yuca

Als Support hat der französische Schlagzeuger Julien Barbagallo den Australier Watt! mitgebracht. Watt! heißt mit bürgerlichem Namen Rob Keane und wohnt in Düsseldorf. Als der junge Mann mit Bart und flatterndem Hemdchen mit seinem umgehängten Mini-Synthie die Bühne betritt, schmunzeln noch einige der Konzertbesucher. Doch dann fängt Watt! an, mit Samples und Drumcomputer zu arbeiten und lässt Klangteppiche entstehen, auf denen er mit seiner an Future Islands erinnernde Stimme schwebt. Er nimmt das Publikum mit auf einen LSD-Trip in die Wüste, den eine ganze Stoner-Band stemmen könnte. Alleine dafür hat sich ein Besuch im Yuca an diesem Abend schon gelohnt.

Nach einer kurzen Verschnaufpause kommt dann Barbagallo mit seinen Mitmusikern auf die Bühne. Dabei steht sein relativ minimalistisches Schlagzeug vorne im Mittelpunkt, Keyboarder, Bassistin und Akustikgitarrist sind um ihn herum aufgebaut. Bemerkenswert ist direkt: Barbagallo singt mühelos, während er sein im typischen Tame-Impala-Sound gehaltenes Schlagzeug bearbeitet.

Die Band bietet Songs seiner letzten zwei Alben und einige des im März erscheinenden dritten Werkes. Entgegen der Voreingenommenheit einiger Konzertbesucher bekommt man hier trotz französischer Sprache keine Chansons um die Ohren gehauen, sondern durchaus an Barbagallos Hauptband erinnernde psychedelisch angehauchten Pop, in dem er verschiedene Themen verarbeitet, die er zwischen den Songs auf Englisch erklärt. So geht es viel um die Liebe, aber auch darum, dass er in Australien sitzt und enttäuscht darüber ist, dass keiner seiner Freunde aus Frankreich ihn mal besuchen kommt. Immerhin, so wird später spekuliert, scheint aus dieser Zeit aber auch die Verbindung zu Tame Impala stammen.

Es gibt auch ruhige Töne, die zu faszinieren wissen. Dabei sticht vor allem das Duett mit der Bassistin heraus. Statt einer Zugabe hüpft der Drummer dann auch stattdessen hinterher in die Menge und lässt sich bejubeln. Der kurzweilige Abend lässt die Vorfreude auf das dritte Album des Franzosen steigen.

Barbagallo

Grand chien

Release: 28.10.2016

℗ 2016 Almost Musique under exclusive licence to Sony Music Entertainment France