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Band aus Bärten

Band Of Horses live

Oft kommt die Band aus South Carolina ja nicht in unsere Gefilde. Unser Autor Christian Steinbrink hat die seltene Gelegenheit beim Schopfe gepackt.
Geschrieben am
29.02.08, Köln, Gebäude 9.

Ich bin spät an diesem Abend. Mal wieder, und obwohl ich schon so viele lohnenswerte Support-Gigs verpasst habe. Aber die Bahn ist spät. Das hätte man sorgfältigerweise aber wohl auch einkalkulieren können. Ein Stück weit habe ich es aber auch bewusst in Kauf genommen. Denn das Gebäude 9 ist ausverkauft, schon lange, und ausverkauft bedeutet heiß und eng. Und was bringt aller Komplettierungswahn, wenn man schon erschöpft ist, bevor der Hauptact überhaupt beginnt? Schließlich geht es um Band Of Horses aus South Carolina, mit zwei schönen Alben einer der Vorzeigeacts des Sub Pop-Labels. Die sind nicht gerade bekannt dafür, ausdauernd auf Tour gehen zu wollen, eher dafür, nur äußerst selten einen Abstecher nach Europa zu machen. In Köln sind sie heute zum ersten Mal. Auch das ein Argument in verwunderten Fandiskussionen darüber, warum für das Konzert schon seit Wochen keine Karten mehr zu bekommen sind.

Wie auch immer - ich verpasse das komplette Vorprogramm, sowohl Tyler Ramsey als auch die Cave Singers. Letztere haben gerade ein hübsches Folkalbum via Matador veröffentlicht, ersteren sehe ich zumindest später noch in der mittlerweile recht großen Band um Kopf Ben Bridwell. Band Of Horses sind gegenwärtig zu sechst, und manchmal haben sie sogar noch eine Harfe auf der Bühne dabei. Obwohl ihre Europatour schon ein paar Daten alt ist, scheinen sie sich ihrer Bedeutung hierzulande noch nicht wirklich sicher zu sein. Sie gehen jedenfalls von Anfang an auf Nummer sicher und starten mit den Hits des aktuellen Albums 'Cease To Begin', 'Is There A Ghost', und, etwas später, 'No One's Gonna Love You'. Und obwohl sich die gut 500 Leute im Gebäude von Anfang an begeistert zeigen, genehmigen sich Band Of Horses noch einen zweiten Kniff aus der Mottenkiste des Rockentertainments, welcher besagt: Druck. Die Band ist mit phasenweise drei Gitarren angetreten, fast alle Stücke klingen in ihrer Liveumsetzung deutlich rockiger und rauer als noch auf Platte, und entfachen dadurch einen druckvollen Rock'n'Roll-Vibe, der immer wieder an das großartige Built To Spill-Konzert vor wenigen Monaten an gleicher Stelle erinnert.

Die Livearrangements gerade der aktuellen Stücke sind deutlich ausladender als erwartet, die Männer mit den vielen Bärten spielen sich in einen fast schon jammigen Rausch und belassen es lange nicht nur bei eigenen Stücken, sondern referieren auch noch auf die wilden Zeiten des Rock'n'Roll und streuen noch Seventies-Cover von Creedence Clearwater Revival, JJ Cale und Ron Wood ein. Gegen Ende scheinen Band Of Horses vor allem glücklich und dankbar zu sein, auf soviel positive Resonanz auf ihre Eskapaden gestoßen zu sein, jedenfalls betont Bridwell das ausdauernd. Und vielleicht reicht dieser Eindruck ja für einen Entschluss, in Zukunft öfter mal in der Gegend vorbeizuschauen. Die Besucher dieses Abends würden jedenfalls sicher wiederkommen.


Und was sagt ihr? Das sagt zumindest INTRO-User rocktotron: "Ich fand's sehr, sehr toll...Ein Glück, dass der Abend nach den technischen Pannen zu Beginn noch eine positive Entwicklung genommen hat. Es hat mich schon ganz nervös gemacht, als der gute Ben die ganze Zeit den Kopf geschüttelt hat. Wer CCR covert kann ohnehin so falsch nicht liegen..."