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»Man Of The World«

Baio

Christopher Baio nutzt die Auszeit Vampire Weekends für ein zweites Soloalbum, mit dem er eindrucksvoll und tanzend die Weltpolitik kommentiert.
Geschrieben am
»Learning to live with a decision, when itʼs not the one I wouldʼve made« sind die Zeilen, mit denen Christopher Baio im Opener »Vin Mariani« seines zweiten Soloalbums die hilflose Stimmung der Post-Trump-USA in Worte fasst. Der Song beschreibt den Rückzug ins Private, in die Beziehung, die im Moment der Ernüchterung als einzige Trost spenden kann: die Liebe. Auch abseits von diesem Song konnte der Vampire-Weekend-Bassist die fatalen machtpolitischen Entwicklungen in der westlichen Welt nicht unkommentiert lassen, und er hat für die Menschen seines Alters und Geistes die richtigen Worte gefunden.

Überhaupt sind die zehn neuen Songs von einer ähnlichen Smartness gekennzeichnet, die auch Vampire Weekend ausmacht: Baio entwickelte einen eklektischen, reichhaltigen und gleichzeitig schlanken Stil, der alle Türen offen lässt und zu dem sich dennoch Frust wegtanzen lässt. Teilweise besitzt das ähnlich verschachtelte Afrobeat-Rhythmen wie seine Hauptband, teilweise fischt das in Synthie- und Electro-Pop oder weist gleich direkt in die Disco. »Man Of The World« ist durchweg gelungen, auch wenn dem Album die Hits fehlen, um in der Breite durchzustechen. Aber dafür gibt es schließlich Vampire Weekend. So macht Baio zwar teilweise die bessere Musik, sie verbleibt aber eher Eingeweihten.

Baio

Man of the World

Release: 30.06.2017

℗ 2017 Glassnote Entertainment Group LLC