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Vorab gehört: 'The Blinding EP'

Babyshambles

Nach ungezählten Gossip-News über das Leben des Pete Doherty zeigt dieser endlich wieder, dass er ein (guter) Musiker ist. Erste Höreindrücke der kommenden 5-Track EP 'The Blinding'.
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Bringt der's noch? Das wird ja immer wieder heiß diskutiert. Leider meist von Leuten, die eher Bunte denn Intro lesen. Oft bezieht sich die Frage dann auch mehr auf seine Beziehungs- und/oder Zeugungsfähigkeit. "Wie, der macht auch Musik?", ist eine typische Reaktion dieser Leute. Andererseits ist Doherty natürlich selbst Schuld daran. Wer den Rock'N'Roll-Lifestyle bis zum Exzess lebt, das Musikmachen dazwischen aber oft mal ausfallen lässt – der hat irgendwann seinen Kredit beim potentiellen Plattenkäufer verspielt.

Aber momentan scheint Doherty ja wieder ein wenig auf Kurs gekommen zu sein. Dafür spricht auch, dass uns heute Morgen tatsächlich ein neuer Babyshambles-Tonträger ins Postfach gelegt wurde. Die 'Blinding EP' ist damit die erste Veröffentlichung für sein neues Label Capitol / EMI. Offenbar will man mit einer EP austesten, wie sich die Band macht (und verkauft), bevor man sich an ein Album heran traut. Bei der Vorgeschichte keine schlechte Idee.

Schon nach den ersten Durchgängen lässt sich die Einstiegsfrage beantworten: Ja, er bringt's noch. 'The Blinding' ist ein schluffig gerockter Track, mit einem Rhythmus, den man sich bei The Clash geborgt haben könnte. Vielleicht nicht bei den frühen, sondern eher bei den 'Sandinista!'-Clash. Könnte ähnlich gut funktionieren wie 'Fuck Forever!', wenn er auch textlich nicht ganz so schnoddrig daher kommt. "It's the blinding, it's the blinding, that's the last thing that you'll ever see." Lyrics, die bei Dohertys Lebenswandel irgendwie nahe liegen.

'Love You But You’re Green' bleibt eine etwas blasse Halbballade mit dezenten Reggae-Anleihen, die erst im Refrain an Fahrt gewinnt. Spätestens 'I Wish' wird dann so manchem vor den Kopf schlagen. Erste Reaktion: Da hat einer zuviel UB40 gehört! Das mag vernichtend klingen, ist aber so nicht gemeint. In diesem Fall macht es eher Spaß, wie Doherty auf alle Erwartungen pfeift und eine unverschämt poppige Reggae bzw. Ska-Variante bringt. 'Beg, Steal Or Borrow' verharrt dann wieder im eher langsamen Rhythmus, kommt aber mit mehrstimmigen Gesangsparts dem geliebten Libertines-Sound am Nächsten. Schon nach diesen vier Songs wäre die Bilanz also ein positive. 'Sedative' legt allerdings noch einen drauf. Ebenso verletzlich wie mitgröhlkompatibel, weiß man sofort, dass man diesen Song mal mit verschwitzten, angetrunkenen Fans im Arm erleben möchte. Das verschreckt dann hoffentlich auch wieder die Bunte-Leser.

Die 'The Blinding EP' erscheint hierzulande am 8. Dezember. So Pete will, kann man die Songs vielleicht sogar schon im Vorfeld live hören. Und zwar bei folgenden Nachholterminen:
19.11. Hamburg, Markthalle
20. 11. Köln, Live Music Hall
21.11. Mannheim, Alte Feuerwache
22.11. Berlin, Postbahnhof