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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Pussy’s Dead«

Autolux

Nennt man das eigentlich noch Shoegaze, was Autolux da machen? Ist Carla Azar die coolste Drummerin unter der Sonne? Und ist »Hamster Suite« der beste Songtitel des noch frühen Jahres? Das sind so Fragen, die das Trio aus L.A. mit seinem dritten Album aufwirft.
Geschrieben am
Die Zutaten, die Eugene Goreshter, Greg Edwards und Carla Azar verrühren, sind altbekannt. Trotzdem sind Autolux einer dieser Acts, die nur im weitesten Sinne Rockbands genannt werden können, da sie ihre Fans mit jeder ihrer Veröffentlichungen verwirrt bis begeistert zurücklassen. Könnte daran liegen, dass hier drei sehr umtriebige Musiker am Werk sind, dass sie einfach auf Genrezuschreibungen pfeifen oder diese bestenfalls augenzwinkernd an die Wand spielen. Der Opener »Selectallcopy« ist zum Beispiel lupenreiner Shoegaze, mit einer Textzeile wie »It’s so so sad to be happy all the time« ziehen Autolux allerdings die Themenwelt dieses Stils einmal auf links. So konsequent und gekonnt geht es weiter, egal, ob sie bei »Soft Scene« mal eher auf Beats setzen oder auf »Hamster Suite« mal kurz nach der amerikanischen Küste klingen, von der sie stammen. Allerdings nur so lange, bis sie diesen Popsong mit schönstem Lärm zerschießen, gerade dann, wenn man sich im Einklang mit sich selbst und der Welt neben einen Hamster legen will. Bei »Brainwasher« vermutet man erst ein Rockmonster, aber auch hier ist der Titel wieder Finte und gerät in die Fänge einer lasziv singenden Azar, die Autolux hier wie Garbage in gut klingen lässt. Die Antwort auf die Frage, wie sich der Titel erklärt, bleibt uns verwehrt, aber damit kann man nach dermaßen abwechslungsreichen zehn Songs ja gut leben.

Autolux

PUSSY'S DEAD

Release: 25.03.2016

℗ 2015, 2016 Columbia Records, a Division of Sony Music Entertainment

Autolux »Pussy’s Dead« (Columbia / Sony / VÖ 01.04.16)