×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

So war’s in Köln: Unter Papierschirmchen tanzen

Austra live

Tanzbarer ist das neue Album »Olympia« des kanadischen Synth-Pop-Trios Austra geworden. Dementsprechend fällt die Kölner Show der Band aus. Sängerin Katie Stelmanis begeistert ihr Publikum mit Farbengewittern und vollem Körperansatz.
Geschrieben am

03.11.2013, Club Bahnhof Ehrenfeld

 

Ausverkauft! Schon länger gab es für den Auftritt von Austra in Köln keine Tickets mehr zu erstehen. Für die Band ist das mittlerweile schon fast Gewohnheitssache, schließlich spielte sie zuvor schon zwei restlos ausverkaufte Konzerte in Berlin. Es ist kein Geheimnis, dass das Trio aus Kanada besonders in Deutschland auf reges Interesse trifft und deshalb auch seine Tourneen hierzulande gerne ausdehnt. Das unterstreicht auch die Begrüßung von Sängerin Katie Stelmanis in beinahe akzentfreiem Deutsch nach dem leicht ermüdenden Support-Auftritt des Synth-Pop-Duos Opale.

Es ist natürlich schade, dass die bezaubernden Zwillinge  Sari und Romy Lightman mittlerweile auf der Austra-Bühne fehlen. Die beiden hatten mit ihren Verkleidungen und den anmutigen Tanzeinlagen die Show der Band bereichert. An diesem Abend spürt man deutlich, dass Stelmanis es sich zur Aufgabe gemacht hat, genau diesen Minuspunkt zu kaschieren – in ihrem goldenen Kleidchen läuft sie zur Höchstleistung auf. Verglichen mit ihrem Auftritt auf der Melt!-Hauptbühne diesen Sommer scheint sich die Band in dieser kleineren Location wesentlich wohler zu fühlen. Die Bühne ist geschmückt mit allerhand chinesischen Sonnenschirmen aus Papier, die von hinten bestrahlt zur bunten Lichtshow gehören und so besonders den Abschied der Band vom düsteren Sound  der ersten Platte unterstreichen.  Denn daran erinnert hier wenig: Tanzbar ist »Olympia« geworden, nicht mehr so kalt wie der Vorgänger »Feel It Break« und vor allem von einem Genre inspiriert: Dance Music. Tatsächlich animiert fast jeder Song des Sets das Publikum zum Tanzen. Allen voran Katie Stelmanis selbst, die mit großer Geste und vollem Körpereinsatz eine unglaublich sympathische und authentische Show auf die Beine stellt, die nur noch von Keyborder Ryan Wonsiak getoppt wird, der die wilden Melodien mit seinen anmutigen Tanzschritten unterstreicht. Diese Band hat die Lust am Spielen noch lange nicht verloren – man verlässt den schönen Club Bahnhof Ehrenfeld bereits mit Vorfreude auf das nächste Mal.