×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Das Glück dieser Erde

Audiolith Pferdemarkt

Entfesselter als mit Audiolith kann man hierzulande kaum feiern – das haben Label und Bands bereits in den letzten zwei Jahren allein bei den Parkplatz-Raves während des Melt! immer wieder bewiesen.
Geschrieben am
Entfesselter als mit Audiolith kann man hierzulande kaum feiern – das haben Label und Bands bereits in den letzten zwei Jahren allein bei den Parkplatz-Raves während des Melt! immer wieder bewiesen. 2010 darf das irre Kollektiv nun nicht nur offiziell auf dem Gelände auftreten, sondern Donnerstag gleich das ganze Festival eröffnen.

Pferdemärkte waren in vergangenen Zeiten das Event des Jahres – die ganze Region war auf den Beinen. Pferde und Händler wurden gestriegelt und hübsch gemacht, es wurde gefeilscht und gehandelt, und am Schluss mündete alles in ein großes Besäufnis und eine hemmungslose Feier. Großes Besäufnis und hemmungslose Party? Da kann das Label Audiolith nicht weit sein. Man erinnere sich an die legendären Parkplatz-Raves 2008 und 2009, abseits des Festivals wurde die eigene Party geschmissen, inklusive einer Menge skurriler Ereignisse wie Sänger, die direkt vom See auf die Bühne hüpften, und Schlauchboote, die statt über Wasser über Menschenmassen ruderten. Wer nicht dabei war oder sich nicht mehr erinnern kann, dem seien zahlreiche YouTube-Mitschnitte als Nachhilfe bzw. Gedächtnisstütze ans Herz gelegt.



Dieses Jahr kommt nun aber endlich zusammen, was zusammengehört: Festival und Label haben ein Date, um gemeinsam große Eröffnung zu feiern – der Audiolith Pferdemarkt kommt nach Ferropolis! Das Intro Zelt mutiert zum Pferdestall, und Bratze, Egotronic, Saalschutz und Frittenbude beschallen all die (noch) frischen Kräfte am Donnerstagabend. Dazwischen und danach sorgt Labelchef und oberster Pferdehändler Lars Lewerenz für angemessene Beschallung als DJ und zwingt die Menge zum Raven – und sagt: „Wir haben uns da echt reingekämpft über die Jahre – wurden dann aber auch mit offenen Armen empfangen. Jetzt gleich auch noch die Eröffnung machen zu können, was ein Ritterschlag!“

Wie konnte es aber eigentlich so weit kommen? Vom Party-, pardon, Parkplatz-Crashing ist man plötzlich mitten im Programm. Bockt das denn überhaupt noch für die Rave-Terroristen? „Nur weil wir auf den großen Festivals spielen, sind wir ja keine anderen Menschen“, meint Clickclickdecker, eine Hälfte von Bratze. Außerdem sind die sagenumwobenen Raves mit all dem Unsinn und allen Verrücktheiten ja auch nicht wiederholbar: „So geil, wie es war, kann es nicht mehr werden, wenn man es nur immer wieder macht“, bringt es Streuner von Frittenbude auf den Punkt. Also, warum nicht weiterentwickeln und mit dem Festival zusammen einen neuen Weg gehen?

Und überhaupt: „Es wird wild!“ verspricht Streuner, nicht ohne hinzuzufügen: „Es wird auch alles kaputtgehen!“ Na, das lässt so einiges befürchten, äh, erhoffen. Frittenbude selbst haben dabei natürlich auch ihr neues Album „Katzengold“ im Gepäck, das zu diesem Termin hochoffiziell vorgestellt wird. Privat sind die Jungs übrigens auch große Fans des Melt!, fahren seit einigen Jahren regelmäßig her: „Es ist einfach das schönste Festival, hey, mit den Baggern und den Visuals drauf.“
Ach ja, und wo Bands und Label politisch stehen, wird an diesem Abend übrigens besonders deutlich, denn die Hälfte der Einnahmen werden gespendet an das Alberto-Adriano-Gedenkkonzert in Dessau, das auch vom Melt! unterstützt wird.