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Generation

Audio Bullys

Für mich als bekennenden Sympathisanten des gemeinen englischen Prolls zählte das Audio-Bullys-Debüt "Ego War" mit seinem schmutzigen Hooligan-House zu den Platten des Jahres 2003. Ein Phänomen, das im UK irre einschlug, hierzulande aber bei weitem nicht die Aufmerksamk
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Für mich als bekennenden Sympathisanten des gemeinen englischen Prolls zählte das Audio-Bullys-Debüt "Ego War" mit seinem schmutzigen Hooligan-House zu den Platten des Jahres 2003. Ein Phänomen, das im UK irre einschlug, hierzulande aber bei weitem nicht die Aufmerksamkeit erreichte wie Mike Skinner a.k.a. The Streets mit seinem um einiges subtileren Sound. Doch das zweite Album von Tom Dinsdale und Simon Franks ist eine etwas zwiespältige Angelegenheit. Los geht es größtenteils mit Dance-Tracks, von denen der offensichtliche UK-Hit "Shot You Down" mit Nancy-Sinatra-Sample natürlich hervorsticht. Diese Titel wirken aber über weite Strecken etwas zerfahren und wie aus dem im PC-Discounter erhältlichen Dance-Sample-Kit zusammengestrickt, auch wenn sie dem Anspruch von Dinsdale und Franks gerecht werden, "spontane Musik" zu machen, und in bestimmtem Ambiente gehen sie sicher auch ganz schön ab.

Richtig gut wird die Platte jedoch erst in der textlastigeren zweiten Hälfte, denn hier lässt sich eine größere Reife und Reflektiertheit spüren als zu "Ego War"-Zeiten. Das Party-Leben tritt in den Hintergrund, und statt des Realness-Anspruchs des suburban streetlife zählt jetzt eher "real love" ("If You Want My Love"), statt des stumpfen In-den-Tag-hinein-Lebens eher positive Ansätze wie "The future looks much brighter than those bad yesterdays" ("Get Myself On Track"). Super auch Kollaborationen wie "This Road" mit den Suggs, die den Audio-Bullys-Sound auf einen neuen Level heben. Ganz zum Schluss muss Franks dann aber doch noch mal klarstellen: "I'm gonna rock till I'm rollin' / Gonna roll until I'm rockin' / Till they nail my coffin / I ain't stoppin'." Kickt wie Hölle. Ob das Album diesmal Festland-kompatibler ist als das letzte, wage ich zu bezweifeln. Aber ich freue mich schon auf die Live-Gigs.