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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Ego War

Audio Bullys

Meine Güte, wie dieses Album losgeht. Nicht reinschluffen in den Opener, sondern gleich sich und Hörer so was von on point haben. Erster Gedanke: Stereo MC’s. Der nächste folgt auf dem Fuß und kann nach den Erfahrungen von Dancing Garage natürlich nur sein: The Streets. So viel erst mal zu der vergl
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Meine Güte, wie dieses Album losgeht. Nicht reinschluffen in den Opener, sondern gleich sich und Hörer so was von on point haben. Erster Gedanke: Stereo MC’s. Der nächste folgt auf dem Fuß und kann nach den Erfahrungen von Dancing Garage natürlich nur sein: The Streets. So viel erst mal zu der vergleichenden Chose, zur Assoziations-Unmittelbarkeit. Und nun? Da ist noch jede Menge mehr drin. Vor allem jede Menge britische Clubkultur. Und, hier mal flapsig: Das so called Inselvolk ist berüchtigt dafür, keinerlei Berührungsängste mit Genre-Hopping zu haben. Während hierzulande jeder Schublade der passende Club zugeordnet scheint, geht es “drüben” eher zu wie bei einer Tüte Gemischtes vom Büdchen. Eindeutig rauszuhören sind dabei Ska und Garage, aber auch House. Der Beat will auf die Tanzfläche holen – neben all den anderen Plänen, die er hat. Im Gegensatz zu Mike Skinner kommen die beiden Jungs aus Westlondon mit einem saftigen Hool-Einschlag um die Ecke. Irgendwie immer einen Fußbreit im Prolligen, im Fettnapf – ein Umstand, der einen zunächst irritiert und – klar – auch etwas angeekelt aus dem Takt bringt. Aber es ist eben doch gerade wegen dieser freaky Stolpersteine richtig klasse, und so nimmt man gerne hin, was sonst zu einer Abwertung führen würde: nämlich aufsteigende Gefühle, bekannt und berüchtigt von legendären Raves der Neunziger. Das vermischt sich mit Reminiszenzen an Specials und andere Helden der Vergangenheit, die derzeit bei vielen Bands wie versunkene Schätze auftauchen. Und gerne erzählen Audio Bullys über die so genannten kleinen Dinge oder auch “Straßenecken-Erlebnisse”. Tadellos, tadellöser geht “Ego War” durch die strammen Waden hoch in das, was nicht nur in dieser Saison am liebsten geschüttelt und nicht gerührt wird: in den Po.