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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Hopes Of Failure«

Aseethe

Wenn zwischen schwarzen T-Shirts mit aufwendigen Bandlogos und Reitern auch ein paar Hemden mit Sportbeuteln stehen, dann kann es sich um ein Aseethe-Konzert handeln.
Geschrieben am
Scheiß Hipster – wie auch ich einer bin – sagen manchmal dumme Sätze wie: »Klar höre ich Heavy Metal. Aber nur den realen, doomigen. So wie Sunn O))).« Dahinter steckt meist die Unsicherheit bezüglich der eigenen Mängel in der musikalischen Sozialisation, da man eben nicht mit Slayer groß geworden ist und wahrscheinlich auch nie das Wacken besuchen wird. Glücklicherweise kommen alle paar Jahre Bands daher, die Genregrenzen insofern aufweichen, als dass sie in der Lage sind, auch dem geneigten Musikjournalisten (Schwerpunkt: Disco) Einblick in die schlammigen Abgründe zu verschaffen, ohne ihn mit fiesen Diskursen wie »machohafte Rockismen« oder »verkürzte Kapitalismuskritik« zu belasten. Bands, die deviant genug sind, um sie abzufeiern, und verkopft genug, um einen düsteren, gewaltigen Sex-Appeal auszustrahlen. Eine Projektionsfläche, damit sich auch Studierende gehasst fühlen und Black Metal hinter die Binde kippen können – vor dem geistigen Auge mit Corpsepaint bemalt. Das alles gelingt Aseethe auf ihrem Thrill-Jockey-Debüt. Ihr gutturales Grunzen führt in eine Welt aus zerstörerischer Depression. Die Basslandschaften ähneln den in Falten und Klüften geworfenen Steinwänden des Himalaja. Es droht, es dröhnt, es doomt. Jeder Riff lässt einen monsterhaften Golem entstehen, der sofort wieder in Millionen von Obertönen zerfällt. Daran werden nicht nur die Metal-Realos, sondern auch die -Fundis ihren Spaß haben.

Aseethe

Hopes of Failure

Release: 24.02.2017

℗ 2017 Thrill Jockey Records