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Erste Eindrücke zum neuen Album

Arctic Monkeys

Der Hype hat sich gesetzt und ließ wie so oft in diesen stürmischen Zeiten kaum Zeit zum Reflektieren. Umso bemerkenswerter war dann das, was vergangenen Donnerstag bei der Listening Session in Köln als erster Eindruck vom bald erscheinenden neuen Album 'Favourite Worst Nightmare' zurückblieb.
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Gerade erst ein Jahr ist es her, dass die Arctic Monkeys mit 'Whatever People Say I Am, That's What I'm Not' ihr Debütalbum vorlegten, das allenthalben die Vorschusslorbeeren für die Vorhutsingles 'I Bet You Look Good On The Dance Floor' und 'When The Sun Goes Down' mehr als bestätigte und nebenbei auch noch ein paar Rekorde mitnahm: Den des sich am besten verkaufenden Debütalbums britischer Prägung z.B., stattliche 118.000 mal ging es allein am Erscheinungstag im UK über die Theke.

Zwei Brit-Awards (Beste Band, Bestes Album) später steht nun mit 'Favourite Worst Nightmare' (VÖ: 20.04.) das zweite Album vor der Tür. Der Hype hat sich gesetzt, mit Bassist Andy Nicholson vergangenen Sommer auch schon das erste Bandmitglied hinter sich gelassen (Nicholson stieg aus Erschöpfung aus) und ließ wie so oft in diesen stürmischen Zeiten kaum Zeit zum Reflektieren. Umso bemerkenswerter war dann das, was vergangenen Donnerstag bei der Listening Session in Köln als erster Eindruck zurückblieb. 'Brianstorm', die erste Single, ist ein hektisch polternder Zweiminüter, den auf Sicherheit bedachte Menschen wohl nie im Leben als Single veröffentlicht hätten. Das Formatradio wird sich ärgern. Es geht übrigens wirklich um Brian, bevor jemand wieder den Rotstift zückt.

Anfangs ist man ein wenig erschlagen von so viel Kompromisslosigkeit, vor dem Mut vor keinem Refrain, der Referenzlastigkeit und dem Insiderslang der Texte. Zitate, die mehr den je hermetisch abgeriegelt von ihrer eigenen, kleinen Welt künden, auch wenn es jetzt vermehrt um Flugzeuge, Bars und Cafés rund um den Erdball und nicht mehr nur um Sheffield geht. Extrem rau ist das, was die anwesenden Journalisten zu hören bekommen, Alex Turners Stimme wird in zehn von zwölf Stücken durch einen Verzerrer geschickt, als ginge es darum, jetzt ja nicht auf den kleinsten gemeinsamen Nenner des Indie- und Mainstreampublikums zu kommen.

Insbesondere nach drei, vier Tracks nimmt die Platte richtig Fahrt auf, im Sinne von: Klingt stimmig, wie aus einem Guss. Die zentralen Stücke 'Flourescent Adolescent', 'Only Ones We Know' und 'Do Me A Favour' sind das Gerüst auf dem 'Favourite Worst Nightmare' steht. Der Up-Tempo-Track 'The Bad Thing' ist die Arctic Monkeys-Variante der Seeed-Weise 'Ding', es geht also darum im richtigen Moment zu vertuschen, dass man jemand anders versprochen ist. "Do the bad thing / take off your wedding ring / but it won't make it, that much easier / It might make it worse." Kann man als Quintessenz auch für das ganze Album so stehen lassen, man ist eben den unbequemeren Weg gegangen und damit auch den spannenderen. Das wusste schon Xavier Naidoo.

Hier die finale Tracklist:
'Brianstorm'
'Teddy Picker'
'D Is For Dangerous'
'Balaclava'
'Flourescent Adolescent'
'Only Ones Who Know'
'Do Me A Favour'
'This House Is A Circus'
'If You Were There, Beware'
'The Bad Thing'
'Old Yellow Bricks'
'505'