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und der böse Erfolg

Arcade Fire

Für Arcade Fire-Mastermind Win Butler gibt es anscheinend nichts schlimmeres als das Rockstar-Gehabe der altehrwürdigen Dinosaurier U2, Oasis oder Rolling Stones.
Geschrieben am

Immerhin: Die Vorschusslorbeeren für das neue Arcade Fire-Album könnten nicht reichhaltiger ausgefallen sein, Win und Regine blicken vom Cover des deutschen Rolling Stone, die Rezensionen für den 'Funeral'-Nachfolger sind allenthalben quasieuphorisch ausgefallen. Am 02.03. dann erscheint 'Neon Bible' und vielleicht sind die Kanadier ja dann auch zu noch Höherem als den reinen Indie-Weihen berufen.

Geht es nach Win Butler, befände man sich bei einem etwaigen Mainstream-Chart-Erfolg aber in unliebsamer Nachbarschaft zu den Dinosauriern U2, Oasis oder, Gott bewahre, den Stones. Deren Marketingmethoden verabscheut Butler nämlich geradezu, wie er jetzt dem englischen NME verriet, wobei er etwas außer Acht ließ, dass gerade die großmäulige Postille gerne kübelweise Wasser auf die Mühlen des UK-Gockelzirkus schüttet. "It's not like we shun success, but at the same time we don't' want to shove it down people's throats. In the UK there's this kind of rock star competition," so Butler. "I don't know if U2 started it, or The Stones or Oasis but a lot of bands think in terms of: 'I'm going to be the biggest band in the world. Fuck all those bands who've got no ambition'. I think that's a total crock of shit." Die U2-Werdung also, jene Krankheit der zuletzt ja vor allem Coldplay erlagen, während Bloc Party noch gekonnt von der Schippe sprangen, als unliebsame Nebenwirkung des kommerziellen Erfolges? "There's nothing less interesting to me than the idea of marketing the fuck out of something so people are forced to like it. Some bands are just manipulating people to buy music. That's how 90 per cent of the record industry works! It's basically the same as selling a fucking toaster or a cruise package."

Fassen wir also zusammen: Man kann sich 'Neon Bible' ohne größere Gewissensbisse zulegen. Die groß angelegte Arena-Tour mit Neon-TV-Screens oder eine Zehn-Minuten-Couch-Appearance bei Wetten, dass…!? stehen weiterhin nicht zur Diskussion. Puh.