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Reflections

Apocalyptica

“Die tiefdunklen Wälder, die unglaubliche Weite und Größe Lapplands, die wunderschönen Seen - all das inspiriert uns.” So spricht Perttu Kivilakso, einer der drei verbliebenen Cellisten von Apocalyptica. Was er meint: Auch an sich Gutes vermag Schlechtes hervorzubringen. Die finnischen Naturwunder m
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“Die tiefdunklen Wälder, die unglaubliche Weite und Größe Lapplands, die wunderschönen Seen – all das inspiriert uns.” So spricht Perttu Kivilakso, einer der drei verbliebenen Cellisten von Apocalyptica. Was er meint: Auch an sich Gutes vermag Schlechtes hervorzubringen. Die finnischen Naturwunder mögen in wohlmeinender Absicht gehandelt haben, als sie ihre Schönheit den musikalischen Wandersleut’ offenbarten. Trotzdem wurde seitens derer daraufhin mit “Reflections” ein Album in die Welt gedudelt, das diese nicht eben gebraucht hätte. Nachdem auf dem Vorgänger “Cult” sich neben einer Edvard-Grieg-Komposition nur zwei Metallica-Coverversionen befanden, setzt sich das aktuelle Werk aus ausschließlich selbst Ausgedachtem zusammen. Zugegeben: Wenn auf einem ehemaligen Generalbassinstrument fortwährend in Quintparallelen musiziert wird, weil es gilt, gitarristische Power-Chords nachzuahmen, ist das zumindest theoretisch ein wenig interessant.

Nur anhören muss man sich das nicht zwingend, auch nicht, wenn man ab und an den guten alten Dave Lombardo dazu knüppeln lässt. “Sad But True”: Im wesentlichen reiten Apocalyptica, ihres humorigen Ansatzes nun endgültig verlustig gegangen, direktemang zurück ins 18. Jahrhundert, als Beethoven in seiner zuständigen Sonate in F-Dur und g-Moll das Violoncello melodisch eigenständig entwickelte, aber an den Klavierbass gekoppelt ließ. Da können sich Finnlands alte Wälder sicher noch lebhaft dran erinnern, während sie unter der Last der Jahrhunderte müde gähnen. Alles schwankt ins Ungewisse / Nebel schleichen in die Höh’ / Schwarzvertiefte Finsternisse / Widerspiegelnd ruht der See. Der wunderschöne.