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»Antidotes«

Foals

Das Debüt »Antidotes« der britischen Band Foals sollte den klassischen Indie-Fan von vorne bis hinten überzeugen. 
Geschrieben am
Gerede von Krisen ist immer griffiger als Affirmation, trotzdem muss auch dieses einmal gesagt werden: Der Start des Popmusikjahres 2008 ist mit Hercules & Love Affair, Vampire Weekend und (kurz davor) Yeasayer ungemein aufregend und übertrifft für viele sogar das Jahr 2001, als Strokes und Konsorten wie aus dem Nichts auf dem Plan traten.

Mit Foals aus Oxford ist auch schon die nächste Band in den Startlöchern, die ohne größeren Vorlauf mit einem von vorne bis hinten überzeugenden Debüt auffährt. Wobei ihr Album »Antidotes« nicht mit einem ähnlich unerhörten Stilmix aufwarten kann wie erstgenannte. Das macht die Platte aber kein bisschen schlechter. Denn was zunächst wie eine Mischung aus Rapture und Bloc Party mit gehörigem Devo-Einschlag wirkt, entpuppt sich mit der Zeit als eine ungeheuer komplexe, ausdauernd ravende und doch nicht in billige New Rave-Muster verfallende Angelegenheit. 

Die Band selbst betont gerne ihre Math Rock-Sozialisation, und aufgrund der teilweise sogar verschrobenen Schemata ihrer Songs glaubt man ihnen das auch. Natürlich haben Foals, ganz Briten, auch den Style für sich gepachtet, ähnlich wie bei Bloc Party erhebt sich Glam hier aber nicht zum Selbstzweck. Stattdessen unterfüttern sie ihren atmosphärisch variablen, aber immer unmittelbaren Gesang mit Gitarrenarrangements, die sich bei allem von Elektropop über New Wave bis Postrock bedienen, hypnotischen Grooves und anregenden Soundeskapaden. 

Klassische Sing-Alongs hat »Antidotes« nicht, das stört aber kein bisschen. Die Platte macht eher den Eindruck einer äußerst hybriden, sich im steten Fluss befindlichen Projektes, das ahnen lässt, dass Anfang und Ende der Darbietung Foals' nicht leichtfertig gesetzt werden können. Nicht nur das zeigt die Substanz, die diese Platte hat.

Foals

Antidotes

Release: 21.03.2008

℗ 2008 Warner Music UK Limited and Transgressive Records Limited