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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Super Space Model

Anthony Rother

“Super Space Model” ist, je nach Quelle, das achte oder zehnte Album des Offenbacher Produzenten Anthony Rother, zumindest, wenn man berücksichtigt, dass er sich im Laufe der Jahre auch ein paar Pseudonyme (u. a. PSI Performer) zugelegt hat. Durch seine Zusammenarbeiten mit Sven Väth und Veröffentli
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“Super Space Model” ist, je nach Quelle, das achte oder zehnte Album des Offenbacher Produzenten Anthony Rother, zumindest, wenn man berücksichtigt, dass er sich im Laufe der Jahre auch ein paar Pseudonyme (u. a. PSI Performer) zugelegt hat. Durch seine Zusammenarbeiten mit Sven Väth und Veröffentlichungen auf Heiko Laux’ Kanzleramt-Label wuchs er schnell zu einer festen Größe in der hiesigen Electroszene wuchs heran. Seine Tracks überzeugten durch eine stilsichere Mischung aus Electro und Bezügen auf den frühen Detroitsound. Eher nervig waren hingegen schon immer seine Stücke mit Gesang: Krude bis eindeutig behämmerte Botschaften und ein sehr gewöhnungsbedürftiges Timbre in seiner Metallstimme sorgten dafür, dass sich der Hörer nicht selten die Hände über dem Kopf zusammenschlug. Schlimmstenfalls klang das dann nach Sven Väths Endneunziger-EBM-Techno. Der Beginn der Platte setzt leider hier an, wenn er in Members-of-Mayday-Manier mit seiner vocodierten Stimme “we are the youth, we are the future” deklamiert. Die ersten drei Stücke sind mit diesem furchtbaren Gesang unterlegt und, gelinde gesagt, echt nichts für Ästheten. Stärker hingegen sind mal wieder die instrumentalen Tracks, welche in ihrer reibungslosen Monotonie ein paar Minuten vor sich hin dösen, um dann in Flächenkaskaden und Snaregepeitsche zu explodieren. Dann, und nur dann, werden sich – wie bei all den vielen Anthony-Rother-Platten zuvor – auch sicher wieder einige bunte Vögel treffen, die ihre kleinen bis dahin über den Köpfen zusammengeschlagenen Hände von einem Aufschrei begleitet in die Lüfte recken, womit sie dann so viel sagen möchten wie: “Heureka. Hier will ich sein, hier bin ich Mensch-Maschine.”