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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Dead Magic«

Anna von Hausswolff

Kompromisslos wie der Tod: Anna von Hausswolff verbindet düsteren Gothic-Folk-Pop mit verstörenden Noise-Ausbrüchen, um in einer schwarzen Musik-Messe die dunkle Seite des Ichs auszuräuchern.

Geschrieben am

Gleich zu Beginn von »Dead Magic« fühlt man sich in einen zugigen katholischen Andachtsraum bei einem deutschen Begräbnis katapultiert. Doch wenn Anna von Hausswolffs sublime Stimme erklingt, entwickelt man eine Ahnung, wie Trauernde wirklich zu trösten wären. Die Schwedin, die tatsächlich Anna Michaela Ebba Electra von Hausswolff heißt, hat ihre Musik selbst als »Funeral Pop« bezeichnet und zwischen Kammermusik, Neo-Klassik, Noise-Experimenten, Art-Pop und Drone angesiedelt. Ihr erstes Album hieß »Ceremony« und war eine musikalische Totenmesse für ihren verstorbenen Großvater, das neue Werk heißt nun »Dead Magic« und ist eine sakrale Auseinandersetzung mit dem Unausweichlichen.

Die Stücke sind Epen in ausufernder Länge, das ambiente Kirchenorgel-Stück »Ugly And Vengeful« erstreckt sich gar über 16 Minuten. Auf »The Mysterious Vanishing Of Electra« spielt sie dann mit ihrer Stimme, so jauchzend, jammernd und exaltiert wie Kate Bush oder Diamanda Galas, dass den Hörern ein Schauer nach dem anderen über den Rücken gejagt wird. Eher ängstliche Menschen, die gerne verdrängen, werden dieses Album kaum ertragen können – neugierige Zuhörer, die gerne verarbeiten, werden jeden Ton darauf aufsaugen. 

Anna von Hausswolff

Dead Magic

Release: 02.03.2018

℗ 2018 City Slang