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Ceremony

Anna von Hausswolff

Anna von Hausswolff mag den Vergleich mit Kate Bush nicht. Selbst schuld!
Geschrieben am

Autor: intro.de

Wer seine Platte immer wieder mit entrücktem Kirchengeorgel bestückt und nur ab und an mal wie von der Kanzel entsendet stimmlich herabschwebt, dem ist der Vergleich zu Bush so sicher wie dem sterbenden Katholik die letzte Ölung. Aber er greift dennoch zu kurz, denn mit diesem Album setzt die Schwedin ihre eigenen Fußstapfen. Konzentrierte sich das Debüt »Singing From The Grave« noch verstärkt auf düsteren Singer/Songwriter-Pop, steigt von Hausswolff mit »Ceremony« nun endgültig in die sakrale Gruft hinab. Zwischendurch hört man Kuhglocken, ein erratisches Trippeln, dumpfe Trommeln, aber es ist die Orgel, die dominiert.

Und von Hausswolffs Stimme, die tatsächlich sehr viel mehr Facetten als den ätherischen Gesang Kate Bushs hören lässt. Schon mal Gedanken um die eigene Beerdigung gemacht? Anna von Hausswolff zimmert den entsprechenden Sarg. Orchestrales Drama Noir oder Funeral-Pop, wie die Schwedin ihre Musik etikettiert. Ein Album, welches das Wechselspiel zwischen Hell und Dunkel provoziert, um dann doch der fulminanten Inszenierung des Untergangs zu huldigen. Unglaublich, aber die Gänsehaut, die diese Platte erzeugt, sitzt auch dem Pop-Liebhaber wie eine zweite Haut.

In drei Worten: Kirche / Funeral-Pop / Gänsehaut