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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

All Ten Fingers

Andy Votel

Labelchefs, die Platten machen. Ich picke mir drei raus: Ivo Watts-Russell (4AD), James Lavelle (Mo’Wax) und - klar - Andy Votel (Twisted Nerve). Schaut man sich den Album-Output dieser drei britischen Indie-Impressarios an, so fällt auf: 1. Die Beteiligung zahlreicher Freunde, Angestellter, Bekannt
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Labelchefs, die Platten machen. Ich picke mir drei raus: Ivo Watts-Russell (4AD), James Lavelle (Mo’Wax) und – klar - Andy Votel (Twisted Nerve). Schaut man sich den Album-Output dieser drei britischen Indie-Impressarios an, so fällt auf: 1. Die Beteiligung zahlreicher Freunde, Angestellter, Bekannter und Todgeglaubter lässt das Tracklisting weit über Normalpegel anschwellen; 2. Die Fertigstellung kann mitunter dauern; 3. Musikalisch ist alles drin. Nach Watts-Russells This Mortal Coil in den Achtzigern und Lavelles UNKLE in den späten Neunzigern prahlt nun also der mancunische Tausendsasa mit seiner stilistischen Unberechenbarkeit. Avantgarde heißt das dann. Soll heißen: Beats, Breaks und Loops werden arhythmisch kleingehäckselt , Aufbau, Struktur und Dynamik von gängigen Hörgewohnheiten weitestgehend bereinigt und mit Ex-Can-Sänger Malcolm Mooney (der seit 1971 – warum auch immer – an keiner Schallplattenproduktion mehr beteiligt gewesen war) ein nicht zu toppender Authentizitäts-Krautrock-Joker aufgefahren. Damon Gough (Badly Drawn Boy) spielt wohl irgendwo auf dem Album Gitarre, Elbow-Sänger Guy Garvey und Gramme-Vokalist Sam Lynham singen jeweils ein Lied. Einige der Stücke sind angeblich bereits fünf oder sechs Jahre alt. Doch statt Abgehangenheit und Reife regiert sonischer Wildwuchs. Lockeres Nebenbeihören undenkbar, Tanzflächen-Einsatz irgendwie unerwünscht. Weiß Gott kein Album für Anspruchslose. Tolles Artwork allerdings.