×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Andreas Dorau »Girls In Love«

Andreas Dorau »Girls In Love«

Keinem seiner Songs ist Andreas Dorau dankbarer als »Girls In Love«, auch, wenn er ihm nicht seinen Durchbruch verdankt.
Geschrieben am
Was er ihm allerdings verdankt, ist, dass sein NDW-Durchbruchs-Titel »Fred vom Jupiter« aus den 80ern nicht sein Schicksal wurde. Denn »Girls In Love« erreichte über zehn Jahre später mehr Single-Verkäufe und höhere Chartspositionen. Andreas Dorau erzählt die ganze Geschichte. »Es war eine Erleichterung, als sich der Erfolg von ›Girls In Love‹ abzeichnete. Ich dachte: ›Juchu, jetzt bin ich ganz offiziell kein One-Hit-Wonder mehr!‹ Dieser Begriff nervt mich ohnehin, und immer, wenn ich so Sendungen sehe, bei denen es sich darum dreht, tobe ich vor dem Fernseher: ›Das stimmt nicht, der hatte noch zwei Hits danach.Ich kann sie aufzählen!‹

Aber mal zu ›Girls In Love‹, dessen Charts-Geschichte fing seinerzeit noch sehr überschaubar an: Mein Verleger war auf der Popkomm – seinerzeit noch in Köln – und meldete, dass Viva das Video spielen würde, und feierte bereits: ›Jetzt kriegen wir einen Hit!‹ Doch dann sah er es – ›Oh, scheiße! Schwarz-Weiß!‹ Schwarz-Weiß-Videos sind keine Hit-Videos, muss man wissen, und als zum Schluss darin auch noch die Frau stirbt, hatte ich den Ruf als Hitvernichter weg.

So ging's also los, und man konnte nicht ahnen, was noch passieren würde. Das Stück erschien regulär als Single bei meinem Label Motor und verkaufte wie die vorigen so um die 15- bis 20-tausend Stück – was gerade aus heutiger Sicht schon mal echt enorm ist. Zudem hatte ich mit Motor den Deal, dass es eine Remix-Maxi gibt, die Major-kompatibel ist. Das heißt einfach, dass die Bearbeitungen mehr auf die Breite abzielen als auf die irren Checker.

Aber es gab auch eine Maxi, da hatte ich freie Hand – und die erschien auf Ladomat. Die wiederum hatten das Ergebnis auch an ein belgisches Techno-Label lizenziert, ohne dass mir das jemand überhaupt groß mitgeteilt hatte. Der Mix ging allerdings in Belgien total ab und schwappte von da über die Grenze nach Frankreich. Dann wurden wir plötzlich eingeladen nach Paris, um auf der Bühne eines Radiosenders bei dem großen Fest zum Jahrestag des Sturms auf die Bastille aufzutreten. Wir waren zu dritt, neben mir noch Moritz Reichelt und Stefan Hoderlein. Moritz spielte die Frau, Stefan den Bär. Wir befanden uns in einem Billing zwischen lauter Eurodance-Acts und haben bloß gekichert.

Stefan war zudem völlig verkatert, er kam gerade von der Love Parade und hatte nicht damit gerechnet, hier nun auf noch mehr Menschen zu treffen. Die Straßen waren abgesperrt, und du sahst das Ende der Masse nicht. Zeitgleich mit unserem Auftritt entwickelte sich eine Massenschlägerei vor der Bühne, in die so 300 Leute verstrickt waren, und im Hintergrund brannten Telefonzellen. So was hatte ich noch nicht erlebt, sehr eindrucksvoll. Später gingen wir mit den Veranstaltern essen, und die sagten, sie hätten jetzt auch mal die radiotauglichere Original-Version des Stücks gehört. Denn bis jetzt hatte sich dort alles um den clubmäßigen Grungerman-Remix gedreht.

Diese Franzosen machten dann jedenfalls die Ansage: ›Wenn ihr in einem Monat wiederkommt, seid ihr Top Ten in Frankreich.‹ Da habe ich nur abgewunken. Aber tatsächlich: Vier Wochen später war der Song dort auf Platz 7, und wir tingelten durch uns bis dato völlig unbekannte TV-Shows, eine bizarre Welt. Und sehr ungewöhnlich für ein Stück mit so viel deutschem Text. Meine Freundin hatte die Vermutung, dass das an der französischen Aussprache von Grungerman lag. Da kommt man nämlich auf ›Grand German‹ – und ich war blond und hatte einen Scheitel. Das hat wohl gezogen.«
Girls In Love
 
Sie war jung, gerade 16 Jahr
Doch sie trug schon graues Haar.
Sie war lieb und sah gut aus
Das nutzte er natürlich aus.
Sie war scheu, und er war ihr Boy
Doch er war ihr nie ganz treu.
Er bereitete ihr viele Schmerzen
Doch sie trug nur ihn im Herzen.
 
Girls in Love, Girls in Love
She'll gave you everything when ...
 
Sie ging arbeiten und er ging fremd
Für ihn versetzte sie ihr letztes Hemd.
So ging es dann jede Nacht
Doch sie hat nur an ihn gedacht.
In der Straße war er der King
Und sie, sie war's, die an ihm hing.
 
Girls in Love, Girls in Love
She'll gave you everything when ...