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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Void«

Andrea Schroeder

Andrea Schroeder singt düstere Großstadtlieder für die verlorenen Stunden nach einer durchzechten Nacht. Cave, PJ Harvey und Nico grüßen. Doch Schroeder grüßt nicht zurück. 
Geschrieben am
Das dunkle Herz der Hauptstadt schlägt dort, wo der Hohenzollernkanal unter der Stadtautobahn in Richtung Tegel führt. An der Nordseite des Kanals führt ein kleiner Trampelpfad zum Ort der letzten Sekunden Herrndorfs, auf den Bänken sitzen frühmorgens die verwundeten Trinker der letzten Nacht. Sie halten sich am Sonnenaufgang über den alten Schering-Werken fest, nehmen noch einen letzten Schluck und dann fallen ihre Augen zu. Die ersten Ausflugsschiffe verlassen hinter den großen Tanks ihre Ankerpositionen. Another day in paradise.  

Es ist grell, zu hell. Die Sonne brennt auf dem Wasser, und auf der Föhrer Brücke sieht man verschwommen, wie Andrea Schroeder über allem wacht. »My skin is like fire«, singt sie. Niemand will mehr schlafen, nur noch hören. Das Rauschen der Stadtautobahn wird das Dräuen der sich langsam über den Morgen legenden Geigen. Es gibt kein Entkommen. Das Licht blendet, die Luft drückt jeden auf den Boden. Ein Königreich ohne Kronen. Und wenn man aufwacht, wird dort nur Leere sein. Sunday morning coming down.  

Andrea Schroeder

Void

Release: 05.08.2016

℗ 2016 Glitterhouse Records

Andrea Schroeder »Void« (Glitterhouse / Indigo)