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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Hallo, wer kennt hier eigentlich wen?

Anajo

Verfechter des Götzen Meinungspluralismus mögen enttäuscht sein: Nach der Anajo-Titelgeschichte schreibt derselbe Autor nun auch die Anajo-Besprechung. Aber heißt es nicht so schön: “Etwas Besseres als Demokratie finden wir allemal”? Also los. Außerdem konnten in der Story auf den Seiten XX diverse
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Verfechter des Götzen Meinungspluralismus mögen enttäuscht sein: Nach der Anajo-Titelgeschichte schreibt derselbe Autor nun auch die Anajo-Besprechung. Aber heißt es nicht so schön: “Etwas Besseres als Demokratie finden wir allemal”? Also los. Außerdem konnten in der Story auf den Seiten XX diverse Informationen nicht untergebracht werden. Die kommen nun hier. Zum Beispiel jene, die erzählt, worauf sich der Name der Platte bezieht. Olli: “Es gibt in Augsburg so einen Obdachlosen, der opernsingend durch die Straßen zieht. Ich glaube, er ist sehr verwirrt. Dem Akzent nach kommt er aus Ungarn. Den trafen wir eines Nachts und fragten ihn, ob er eine Idee für den Titel hätte. So richtig verstanden hatte er die Frage vielleicht nicht, aber er polterte dann tatsächlich ‘Hallo!! Wär kennt hier eigentlich wän??’ heraus.” Aha? Na, Berber-Muse hin oder her, der Titel und der dazugehörige Song lassen auf eine Party als Bezugsrahmen schließen. Die geile Fete, auf der man niemanden kennt, selbst nicht zu erkennen ist. Das ist Verheißung und Last zugleich. Denn als Indie-Type geht man ja nie nur house-mäßig in der Masse auf, sondern fühlt sich auch gern mal verloren im Gewühl. Zwei konträre Orte, die Anajo pop-perfekt mit dieser Platte besetzen: schwärmerische Melancholie (Alleinsein) und non-urbaner Hedonismus (Party im Hobbyraum). Locker und smart umgesetzt. Man muss nichts skippen, alle 13 Songs laufen gut, jeder hat mindestens eine Melodie, die beim Wiederhören gleich bisschen glücklich macht. Man freut sich halt. Und so ist auch eine sehr zentrale Hook folgende: “Du kannst dich schon mal drauf freuen!” (in “Mein lieber Herr Gesangsverein”). Manchmal, wenn das Keyboard düdelt, man Ollis bayrische Herkunft raushört, gucken die RedaktionskollegInnen ängstlich zu mir. “Und das kann wirklich an jeder Stelle und immer von den Sportfreunden Stiller abgegrenzt werden? Wirklich?” denken sie, das sehe ich. Die Antwort: “Ja, und reißt euch doch mal zusammen.”.

Und da es bei Anajo auch ein Stück weit um den Kontext geht, um Augsburg, um die Indie-Szene Bavaria Blue, kommen hier noch ein paar Bonus-Clips von Philipp (Fertig, Los!) sowie Roman Fischer. Ach ja, und nicht erschrecken: Anajo sind bei diesem Stefan-Raab-Contest jetzt im Frühjahr dabei.

1 Was ist deine Meinung, dein Verhältnis zur Augsburg-Band-Connection?

2 Wie findest du Anajo? Welcher von ihnen ist dir der Liebste und warum?


3 Hast du eine gemeinsame Anekdote zur Band?


Fertig, Los!
1 Wir schätzen die so genannte Augsburger Musik sehr. Also im Sinne von Nova, Anajo und Roman Fischer. Ich finde, diese Bands haben ein großes Gefühl dafür, unglaublich eingängige Popsongs zu kreieren, ohne dabei aufgesetzt zu wirken. Es klingt alles sehr leicht; um es im HipHop-Jargon zu sagen: “Es flowt.” Nachdem wir mit Roman Fischer und Band über zwei Wochen auf Tour waren, haben wir doch ein sehr intimes Verhältnis miteinander und uns wahnsinnig gut verstanden. Es hätten ruhig noch ein paar Monate mehr sein dürfen.

2 Super! Nette Menschen, mit denen es Spaß macht, unterwegs zu sein, und die gerne mal feiern und die klasse Konzerte abliefern. Mir haben sie den “Hotelboy”-Ohrwurm dabei eingepflanzt. Michi, der Bassist, liegt knapp vorne, weil er aussieht wie David Hasselhoff!

3 Nee, fällt mir gerade keine ein.

Roman Fischer
1 Eigentlich kennt hier jeder jeden aus der Musikerszene, und trotzdem lassen sich alle gegenseitig genügend Freiraum für ihre eigenen Dinge. Ich hab für die Größe Augsburgs erstaunlich viele fähige Musiker kennengelernt, wenn auch die meisten nur im Hintergrund arbeiten.

2 Ich mag alle drei. Michi ist mir von seiner Art sehr ans Herz gewachsen. Und mit Olli wohne ich ja schon seit drei Jahren zusammen.

3 Der Anajo-Gig war eines der ersten Konzerte, das ich je besucht habe. Da war ich 15 und kannte die Band natürlich noch nicht. Ich weiß, dass ich das damals irgendwie für gut, aber auch irgendwie ganz schön abgedreht befunden habe. Irgendwie “schräg”. Und dieser Sänger, wie der sich bewegt: irre!