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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Preview in Münster mit Walter Schreifels

American Hardcore

"Normal people couldn’t listen to Hardcore. And we liked it that way", resümiert Vic Bondi (Articles Of Faith) in dem Film 'American Hardcore'. Und sogar Henry Rollins, der viel gesehen hat, fasst seine ersten Hardcore-Konzerte so zusammen: "I’ve never seen anything like that." Keine Frage,
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"Normal people couldn’t listen to Hardcore. And we liked it that way", resümiert Vic Bondi (Articles Of Faith) in dem Film 'American Hardcore'. Und sogar Henry Rollins, der viel gesehen hat, fasst seine ersten Hardcore-Konzerte so zusammen: "I’ve never seen anything like that." Keine Frage, die Frühphase der amerikanischen Hardcore-Szene lotete musikalische Extreme aus. Gleichzeitig ermutigte sie mit ihrer ausgeprägten DIY-Attitüde zahlreiche Bands nachzuziehen.

Es gibt eine fast rührende Szene im Film, in der Ian McKaye erläutert, wie man die ersten Minor Threat 7-Inches angefertigt hatte: Man faltete schlichtweg die Singles der Vorbilder auseinander, legte die Papphüllen auf eine Stück Papier, zeichnete die Ränder nach, gab damit den Druckauftrag für die Cover und verbrachte die nächsten Wochen damit, diese zusammenzukleben. So einfach kann das sein. Regisseur Paul Rachmann, damals selbst Teil der Szene, fasst die Zeit so zusammen: "In den frühen 80er Jahren erschuf der Hardcore-Punk-Rock eine Untergrundbewegung, die vor allem für freies Denken und eine Scheiß-Drauf-Einstellung einstand – und all dies mit einer extrem kämpferischen ‚Do-It-Yourself'-Ästhetik. Diese grundlegenden Kernwerte halfen der Szene, entgegen der Kulisse des neuen, konservativen Amerikas, den kreativen Ausdruck ihrer Generation zu formen."

Am 14. Dezember wird der Film 'American Hardcore – The Story Of American Punk Rock 1980 – 1986' in deutschen Kinos anlaufen (hier gibt's den Trailer). Ausgehend von den Recherchen des Autors Steven Blush ('American Hardcore - A Tribal History', Feral House, 2001) trugen Rachmann und er meterweise authentisches Filmmaterial zusammen. Flyer, Plattencover, Fotos und grobkörnige Videoaufnahmen, bei denen sich der Kameramann nicht selten noch mit einem kompletten Moshpit schlagen musste, wechseln mit pointierten Interviewparts, bei der so ziemlich jede Hardcore-Größe zu Wort kommt. Neben Rollins (Black Flag), McKaye (Minor Threat, Fugazi) und Bondi (Articles Of Faith) sind das zum Beispiel Flea (Fear, Red Hot Chili Peppers), Mike Patton (Middle Class), Chris Foley (SS Decontrol) und Moby (Vatican Commandos), der in dem Film auf herrliche Weise gedisst wird.

Am 22.11. findet im Cineplex in Münster die deutschlandweit einzige Vorpremiere mit einem anschließenden Unplugged-Konzert von Walter Schreifels statt. Schreifels, der selbst mit den Gorilla Biscuits, Youth Of Today und Quicksand Hardcore-Geschichte (fort)schreiben konnte, hat schon oft bewiesen, dass kämpferische Hymnen à la 'Start Today' auch mit einer Akustikgitarre funktionieren. Man kann sich ihn zwar schwer auf der "Bühne" einer dieser schrecklichen Cineplex-Räume vorstellen, aber ganz der Entertainer, der er ist, wird er sicher auch diese weirde Konzertsituation meistern. Infos zum Preview gibt es hier.