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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Âme

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Und weiter in der Rubrik und Chronik des Berliner Vorzeige-Labels mit Qualitätssiegel: Zweitklassige Releases sollen doch bitte die anderen veröffentlichen. Aus diesem Stall kommen nur die hochwertigen Pferdchen. Die Karlsruher Kristian Beyer und Frank Wiedemann starten am liebsten in Detroit in
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Und weiter in der Rubrik und Chronik des Berliner Vorzeige-Labels mit Qualitätssiegel: Zweitklassige Releases sollen doch bitte die anderen veröffentlichen. Aus diesem Stall kommen nur die hochwertigen Pferdchen. Die Karlsruher Kristian Beyer und Frank Wiedemann starten am liebsten in Detroit in der formvollendeten Disziplin Tech-House bzw. Progressive-Deep-House. Und da ist die Kür selten unter acht Minuten angesiedelt, damit sich die Tänzer auch wunderschön fallen lassen können, in einen Zustand, den man mit Trance nur missverständlich umschreiben kann. Obwohl sich ja die besten deutschen Deep-House-Produktionen (z. B. Westpark Unit, Needs) mit dem Wissen um Techno auseinander setzen, sich bei den großen Verdiensten und Riten dieser Dance-Kultur bedienen (z. B. Tempo und Beat rausnehmen, Flächen einsetzen, verzögern, Beat wieder einsetzen und Arme in die Luft) und dabei ganz schlau und versiert wirken. Schön, dass bei derlei Produktionen auch nicht die Seele (zudem ist âme auch noch das französische Wort für Seele) vernachlässigt wird. Die beiden verstehen es, ihre Systeme so zu programmieren, dass hier nichts nach kaltem Kellerclub klingt. Eher nach den Partys, wo die Getränke preiswert, die Türsteher entspannt und die Gäste aufgeschlossen sind. Die Form von Subkultur, die in unseren Breiten gerne mal vernachlässigt wird. Gut, dass sich die Jazzanova-Jungs a.k.a. Label-Inhaber nach unzähligen DJ-Auftritten damit auskennen. Irgendwo zwischen Chicago, New York, Tokio und Frankfurt existieren diese Plätze. Man muss sie nur suchen.