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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»On«

Altin Gün

Nicht nur am Bosporus feiert man türkischen Psych-Pop, auch in Amsterdam tut sich eine neue Zelle auf.

Geschrieben am

Kleine Story: Als ich letztens beim Auflegen auf die verruchte Idee kam, zwei türkische Psych-Rock-Lieder hintereinander zu spielen, kam ein junger Mann auf mich zu. Er musterte mich, schaute auf die Platten und stellte folgende Frage in den Raum: »Ist es jetzt in für Kartoffeln, türkische Musik aufzulegen?« Entwaffnet nickte ich. Er erzählte, dass er gerade aus zwei anderen Bars herausgegangen sei, weil es ihn nerve, mit der Musik seiner Jugend »gefoltert« zu werden. Geschichten aus dem multikulturellen Paulaner-Garten, die mehr erzählen als nur von DJs, die Trends hinterherjagen.

Tatsächlich sind spätestens seit 2012, als der türkische DJ Baris K mit Edits und Compilations türkischen Psych-Rock auf die europäischen Tanzflächen brachte, Re-Issues und Originale aus den 1970ern und 80ern aus der Region hochgefragt. In Bars wird zumindest musikalisch in Deutschland oder auch den Niederlanden die gelebte Multikulti-Gesellschaft gefeiert. Und auf ganz natürliche Weise gehen Altin Gün aus Amsterdam den Weg konsequent weiter. Die Band aus Merve Dasdemir, Erdinc Yildiz Ecevit, Jasper Verhulst und Nic Mauskovic (Jacco Gardner bzw. The Mauskovic Dance Band-Fame) verknüpft beschwingt Funk und Psych-Rock mit einer modernen Produktion. Sie covern Erkin Koray, Neşet Ertaş oder auch Bariş Manço (allesamt Helden der türkischen Rockmusik) und klingen dabei kein wenig anbiedernd, sondern richtig gut. So meint zumindest eine Kartoffel zu urteilen.

Altın Gün

On

Release: 30.03.2018

℗ 2018 Les Disques Bongo Joe