×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

Konzertbericht zur Show im Pier 2

Altersmilde bei den Beatsteaks in Bremen

In Bremen führen die Beatsteaks den Fans der ersten Stunde Vor- und Nachteile des Alterungsprozesses vor Augen.

Geschrieben am

7.4.2018, Bremen, Pier 2

Altwerden nervt. Weiß jeder. Oft sind zumindest Punk-Konzerte ein Refugium vor dieser Erkenntnis: Wo vorrangig Studenten und Abiturienten um dich herumschwirren, fühlst du dich zumindest per Assoziation selbst noch, als könntest du eine Baseballkappe verkehrt herum aufsetzen, ohne dämlich auszusehen. Bei den Beatsteaks klappt das nicht ganz – zumindest auf der Bahnfahrt zum abgelegenen Pier 2 sieht man um sich herum fast schon die Bierbäuche gemächlich wachsen, die Haare lichter werden, die Köpfe aus Sorge um die nächste Hypothek Falten schlagen. Den Gedanken, wie lange das Release von »Smack Smash«, dem Durchbruchsalbum der Berliner, schon her ist, sollte man dann am besten gleich verdrängen.

Das eigentliche Problem: Wer alt ist, steht gerne hinten. Und wer gerne hinten steht, hört heute kaum was. Hallt im Vorprogramm das mit knapp 30 Minuten eigentlich viel zu kurz angesetzte Best-of-Set von Turbostaat noch klar durch die Boxen, lassen sich manche Beatsteaks-Songs fast nur durch die Animationsspielchen erkennen, die ihnen seit jeher zugeordnet sind: Klatschen bei »She Was Great«, (den müden Gelenken zum Trotz) Hinknien bei »Let Me In«. Deutlichste Ausnahme: Immer wieder sekundenweise komplett übersteuerter Bass, als habe hier der Mischer ständig Insekten von einem bestimmten Lautstärkeregler verscheuchen müssen .

Manchmal ist die größere innere Reife dann natürlich schon von Nutzen: So kann man die ständigen Soundprobleme nicht nur altersmilde vergeben, sondern auch über Arnim von Teutoburg-Weiß' rockstarhafte Lügenmärchen lächeln, man wolle als Wiedergutmachung dreimal so lange spielen und nur noch Publikumswünsche erfüllen.

Ebenso sind etwas betagtere Fans natürlich auch dann noch textsicher, wenn mit Queens »I Want To Break Free« das Live-Repertoire der Beatsteaks wieder einmal um eine Coverversion ergänzt wird. Und schließlich ist auch kein Mittdreißiger enttäuscht, wenn zu Gunsten der Jugendhymnen wie »Summer« oder »Hand In Hand« das aktuelle, achte Album »Yours« doch deutlich in den Hintergrund gedrängt wird. Das ist abwechslungsreich, aber polarisierend und ließ so manchen auf eine klassischer angelegte neunte Platte hoffen. Und wer weiß: Da sollte man dann vielleicht schon anfangen, die ersten bestuhlten Plätze anzubieten.

Beatsteaks

YOURS

Release: 01.09.2017

℗ 2017 Warner Music Group Germany Holding GmbH / A Warner Music Group Company

Folgt uns auf

  • Playlists
    mehr
  • Abos
    mehr
  • folgen
    mehr