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Why Not?

Alter Ego

Alter Ego veröffentlichen auch ihr Nachfolgealbum zu "Transphormer" auf dem eigenen Label Klang. Das ist ja durchweg sympathisch.
Geschrieben am
&
Diverse
The Kings Of Electro. Compiled And Mixed By Playgroup And Alter Ego
Rapster / Rough Trade


Alter Ego veröffentlichen auch ihr Nachfolgealbum zu "Transphormer" auf dem eigenen Label Klang. Das ist ja durchweg sympathisch. Denn das eine oder andere Majorlabel wird nach dem Überhit "Rocker" sicherlich angeklopft haben. Man muss sich gar nicht erst groß erinnern, das Stück mit den rückwärts gespielten Synthies läuft nach wie vor in jedem Techno- und Indieclub.

"Transphormer" war ein Rockalbum ohne Gitarren. Auf "Why Not?" gehen Roman Flügel und Jörn Elling Wuttke den Weg zurück zum straighten Techno. Wobei es das Wort Rave vielleicht noch eher trifft. Das Album wird dominiert von jenem effekthascherischen Moment, das Superpitcher im Intro-Interview unlängst "Stalinhupe" genannt hat. Es gibt ordentlich was auf die Zwölf, breitwandige Sounds, wenige Nuancen und Subtilitäten. In-yer-face-theatre ist bekanntlich der letzte Schrei in den Clubs, und das ist prinzipiell gut so.

Das Problem ist nur: Die Stücke klingen tatsächlich alle vollkommen gleich. Jetzt nicht in dem Sinne, wie Rockhörer - konfrontiert mit solcherart Musik - gerne mal uninteressiert einwerfen: "Klingt alles gleich seelenlos." Sondern so durchschematisiert, dass auch ich als eingefleischte Mensch-Maschine irgendwann denke: "Puh, das ist jetzt aber schon ziemlich ähnlich." Nichtsdestotrotz ist ihnen mit dem fröhlich vor sich hin trötenden "Jolly Joker" einer der Hits des Jahres gelungen. Die melodisch mäandernde Stalinhupe und eine dichte warme Synthiewand machen dieses Stück zu einem wahrhaft orgiastischen Brett, auch wenn es soundästhetisch ziemlich an Roman Flügels 2005er-Hit "Geht's noch?" andockt.

Obendrauf gibt es noch eine von Alter Ego und Trevor Jackson (a.k.a. Playgroup) zusammenkompilierte Doppel-Mix-CD mit dem Titel "The Kings Of Electro". Playgroup mixt Klassiker vorwiegend aus den Achtzigern ineinander, die Bandbreite reicht dabei von Technopionier Juan Atkins (Model 500, Cybotron) bis hin zum Synthiepop von Visage oder dem HipHop-Kracher "Just Rock" von Fearless 4. Auf der zweiten CD zeigen Alter Ego, dass ihre musikalischen Wurzeln in Detroit liegen. Es geht weniger effekthascherisch zu als auf ihrem Album, Stücke von Kenny Larkin, den Detroit Grand Pubahs, Daniel Bell, Plastikman, Mu und Robert Hood werden reibungslos ineinandergemixt.