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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Move On Up in Wolfsburg

All We Are im Gespräch

Beim diesjährigen Konzertabend »Move On Up« am 16. Mai spielen neben Headliner Get Well Soon u. a. auch All We Are aus Liverpool. Christoph Dorner traf sie für uns vor einigen Wochen in Berlin, um mit ihnen über ihr verschlafen schönes Debüt zu sprechen.
Geschrieben am
Wie schon im Vorjahr ist Intro wieder offizieller Medienpartner der Konzertreihe »Move On Up« in Wolfsburg, die am 16. Mai in Wolfsburg erneut stattfinden wird. Headliner sind Get Well Soon (hier geht's zum Interview), außerdem wird das israelische Buttering Trio spielen, das wir hier vorstellten. Dritte Band im Bund sind die wundervollen All We Are, die Christoph Dorner für uns kurz vor dem Release ihres Debütalbums für uns traf. Alle Beiträge zum Move On Up findet ihr auf unserer Themenseite.

Wohl in der Hoffnung auf eine Schippe referenzieller Coolness beschrieben All We Are ihren Sound mal als »Bee Gees auf Diazepam«. Das ist einerseits etwas irreführend, weil All We Are zwar genau wie die Gibb-Brüder als gleichberechtigt singendes Trio auftreten und auch deren säuseliges Falsett anstimmen; andererseits enden sie damit aber weder beim staatstragenden Folk der frühen Bee Gees noch beim späteren »Night Fever«. Aber dann passt es doch wieder, weil All We Are im besten Sinne Schlafmittelmusik machen: sanft groovend, mit verträumten Melodien und in der Formsprache genauso unscharf und schwerelos wie der Moment des Einschlafens nach einer 5-mg-Tablette Diazepam. »Letztlich wollten wir ein Album machen, zu dem man tanzen kann, das aber auch zu Hause auf dem Sofa funktioniert«, sagt Guro. Man kennt ja diese Doppelstrategie, eher nach Interieur-Design zu klingen als nach Agitprop – zum Beispiel von The xx oder James Blake. Mittlerweile nennt die Band ihren Sound auf Nachfrage auch lieber: »Psychedelic Boogie«. Wer sich darunter nichts vorstellen kann, der höre einfach ihre feinsinnige Coverversion von Caribous Hit »Can’t Do Without You«.

Guro, Richard (der wie der kleine Bruder von Damon Albarn aussieht, wäre da nicht dieser hartnäckige irische Akzent) und der brasilianische Gitarrist Luis Santos begegneten sich gleich in den ersten Tagen ihres Studiums am Institut für darstellende Künste in Liverpool, einst gegründet von Sir Paul McCartney. Dort lernte das Trio fast alles über Songwriting, Musikproduktion und Selbstvermarktung, zur Band wurden All We Are allerdings erst durch ihren besonderen Zusammenhalt. Der schlage sich auch im Namen nieder, sagt Richard. »Zwischen uns dreien hat es sofort klick gemacht«, ergänzt Guro, die beim Interview-Termin im Berliner Büro des Labels eines dieser verwaschenen Hipster-Shirts mit Weißkopfseeadler trägt. Nach besagtem Klick verkrochen sich All We Are monatelang in einem ehemaligen Schulgebäude in Liverpool, wo sie täglich ungestört bis in die frühen Morgenstunden tüfteln konnten. Mit der ersten Single »Utmost Good« hatten sie dann ihren Sound gefunden – und damit gleich einen Plattenvertrag in der Tasche. Die Nachtschichten haben sich also gelohnt. Guro ist es dennoch etwas peinlich, dass die Band dem gängigen Musiker-Klischee entspricht: »Wir versuchen wirklich oft, mit den Proben vor 13 Uhr zu beginnen. Aber wir schaffen es einfach nicht.«

All We Are »All We Are« (Domino / GoodToGo / VÖ 30.01.15)

Weitere Infos findet ihr hier: www.16mai2015.de

Tickets gewinnen könnt ihr hier.

All We Are

All We Are (Bonus Track Version)

Release: 05.01.2015

℗ 2015 Domino Recording Co Ltd