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Exzessiv: Ein Toyboy tanzt den Boulevard

Ali Love

Michael Kastens traf den Londoner Glamourboy Ali Love zum Gespräch über sein exzessives Partyleben, Nachtlebenbekanntschaften und das Debütalbum "Love Harder".
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Zuerst sprangen die Blogs auf seine Single "Diminishing Returns" (Rückläufige Einnahmen) an, dann die Klatschpresse auf seine neue Freundin Mischa Barton. Michael Kastens traf den Londoner Glamourboy Ali Love zum Gespräch über sein exzessives Partyleben, Nachtlebenbekanntschaften und das Debütalbum "Love Harder".
 
"Ich habe keine Angst, kitschig zu klingen – schau dir meinen Künstlernamen an!" So spricht nicht irgendwer, sondern ein echter Popstar. Ein solcher müsste Alistair McLovan alias Ali Love bereits seit drei Jahren sein, denn die Zeichen standen schon damals nicht schlecht dafür.

Er sang viel beachtet auf der Chemical-Brothers-Single "Do It Again" – und Universal winkte mit einem Albumdeal. Doch leider verstaubten die ersten Singles im Regal, das Album "Love Music" schaffte es erst gar nicht dorthin.

Das war wohl auch besser so, gibt Ali zu verstehen. Sein exzessiver Lebenswandel zwischen Party- und Couch-Hopping hätte ihn damals fast in die Entzugsklinik gebracht. Missen möchte er die sechstägigen Partyorgien trotzdem nicht. Auf einer solchen sei er nämlich Maxi Jazz von Faithless begegnet, der ihn zu dem Titel "Diminishing Returns" inspiriert und damit den Grundstein für den darauf folgenden Blog-Hype gelegt habe.



Insofern nur konsequent, dass sich das Leitmotiv Party mit allem, was da an Beziehungs- und Konsumgeflechten dranhängt, auf dem Debütalbum "Love Harder" niederschlägt. In "Doing The Dirty" (mit Lou Hayter von New Young Pony Club) beispielsweise erzählt Ali davon, wie er auf Kosten seiner damaligen Freundin, einem britischen Model, gelebt habe – diese Phase des süßen Müßiggangs endete, wie so viele andere in seinem Leben, mit einem bitteren Rausschmiss.

Nun hat er mit Mischa Barton ("O.C. California") wieder eine prominente Frau an seiner Seite. Als Toyboy sieht er sich aber nicht mehr und schwärmt statt von Mischas Appartement und Finanzen doch lieber von ihrer Intelligenz und den profunden Kenntnissen in Country-Musik.

Kein unspannendes neues Feld, zumal es ihm ja sowieso die Musik längst vergangener Tage angetan hat. Allen voran inspirierten ihn die Arbeiten von Giorgio Moroder und Larry Levan für die Arbeit an seinem Debütalbum. Aber nicht nur alte Platten, sondern auch alte Technik haben die Produktion von "Love Harder" beeinflusst: Ali und sein Co-Produzent Martin Dubka haben ausschließlich mit analogen Synthesizern und Drum Machines gearbeitet, "deren Baujahr weit vor meinem Geburtsjahr, 1982, liegt" – eine bewusste Entscheidung, denn Ali Love weiß, dass "Technologie schon immer den Sound einer Epoche definiert hat", er so also den gewünschten 80er-Sound hinbekommen würde. Misst man ihn am Kitsch- und Glamourlevel, ist es ihm fast zu gut gelungen.

[tour artist=Ali Love]