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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»The Underside Of Power«

Algiers

Besser wird’s in diesem Jahr nicht mehr: Fäuste hoch für den unvergleichlichen Noise-Soul-Postpunk von Algiers!
Geschrieben am
»Through solidarity, your pain is my pain«, sagt Franklin James Fischer. Solidarität – in den USA unter Donald Trump kein hohes Gut, siehe Krankenversicherung und Klimaschutz – ist ein zentrales Thema der zweiten Platte der ursprünglich aus Atlanta, Georgia stammenden Band. Der politische Kampf ist elementar für Fischer und Co., es geht um Rassismus, Polizeigewalt, Neoliberalismus, Machtmissbrauch. Die mittlerweile zum Quartett angewachsene Band ist nicht nur verkopft, auch musikalisch gehören Algiers zum Aufregendsten, was in diesem Jahr auf Vinyl gepresst werden wird.

Noise-Rock trifft auf R’n’B, Postpunk zerstört Northern Soul, Industrial vögelt Gospel – man kann es kaum definieren, aber man möchte dazu mit Genossinnen die Innenstadt reclaimen oder eine ganze Nacht lang mit einem alten Kadett durch die Industriehölle einer x-beliebigen Großstadt rauschen, stets die Faust solidarisch in die Höhe gereckt. Der sogleich umwerfende Opener »Walk Like A Panther«, der natürlich die Black-Panther-Bewegung referenziert, dazu der Titeltrack, der das Schlingern zwischen Sixties-Soul und fast schon an Throbbing Gristle erinnerndem Lärm exemplarisch einfängt. Und inmitten dieses Höllenritts kommt dann auf einmal »Mme Rieux«, pflanzt eine traurig-schöne Melodie in den Kopf und explodiert lautlos. Hört euch diesen Headtrip an, bevor es zu spät ist. »Through solidarity, your pain is my pain.«

Algiers

The Underside of Power

Release: 23.06.2017

℗ 2017 Matador