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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Changes

Alexander Kowalski

Binsenweisheit: Alles muss sich ändern, damit alles gleich bleiben kann. Alexander Kowalskis letzte Albumveröffentlichung ist inzwischen fast drei Jahre her, und nach dieser Zeitspanne veröffentlicht er nun als genuiner Kanzleramt-Künstler erstmals abseits vom Mutterschiff, nur um am musikalischen P
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Binsenweisheit: Alles muss sich ändern, damit alles gleich bleiben kann. Alexander Kowalskis letzte Albumveröffentlichung ist inzwischen fast drei Jahre her, und nach dieser Zeitspanne veröffentlicht er nun als genuiner Kanzleramt-Künstler erstmals abseits vom Mutterschiff, nur um am musikalischen Programm kaum ein Komma zu ändern. Energiegeladen und treibend wie eh und je, holt Kowalski alles raus, was im traditionellen (Detroit-) Techno-Setting noch an Pop und Euphorie zu haben ist – und ein weiteres Mal beweist er, dass er in dieser Disziplin ein Meister ist. Innerhalb dieses bestens etablierten Kowalski-Sounds ist lediglich eine leichte Gewichtsverschiebung zu vermelden: Es gibt noch mehr richtige Songs: Stücke wie das schon aus dem letzten Sommer bekannte “Can’t Hold Me Back” mit Funk D’Void und Fritz Kalkbrenner; Barca Baxant, Lennart A. Salomon und Steve Warp holen sich weitere Gesangscredits ab; und auch mit Can “Khan” Oral wird gemeinsame Sache gemacht. Dessen düstere Sleaziness kommt allerdings in anderen Kontexten wesentlich besser zur Geltung, aber das muss weiter nicht groß kümmern, in der Kowalski-Welt läuft wie gehabt alles rund. Der Techno-Song dreht sich im ewigen Zirkel von Party, Liebe, Enttäuschung, Veränderung. Hier noch mal drei Fragen an Alexander Kowalski:

Techno und Song: Hat das für dich immer schon zusammengehört?

Hmmm ... Nicht immer. Am Anfang habe ich ja eher Tracks gemacht. Mir war das dann aber irgendwann zu langweilig. Ich wollte lieber abwechslungsreichere Arrangements machen. Dadurch, dass ich jetzt mehr mit Vocals gearbeitet habe, ist diese Song-Struktur von ganz alleine entstanden. Ich hätte mir ja auch einfach irgendwas einsingen lassen können und die Vocals dann einfach im Track platzieren können. Aber ich fand es viel spannender, den Sängern nur ein Demo-Arrangement zu geben, dann die Vocals aufzunehmen und dann den Song mit den Vocals noch mal neu zu arrangieren. Dadurch sind Gesangslinien zu einem sehr wichtigen Element in den Stücken geworden, und es kam zu dieser Song-Struktur.

Gehören Opulenz und Schlagkraft auch dazu?

Für mich ist es immer wichtig, dass meine Musik einen gewissen Drive hat. Ich möchte schon eher Club-Musik machen. Wenn ich im Studio bin, dann habe ich immer den Dancefloor im Hinterkopf. Darum gibt es auf meinen Alben kaum bis keine Soundscapes. Ich möchte die Stücke ja schließlich auch live spielen können. Andererseits finde ich es ebenfalls wichtig, dass die Tracks nicht zu roh sind. Ich mag es sehr, meine Tracks auszuschmücken und sehr viele Ideen in ein Stück zu packen. Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass ich privat sehr gerne Bands wie Muse oder die Sneaker Pimps höre. Das ist immer ganz großes Kino!

Nach was suchst du in (deiner) Musik?

Nach Weiterentwicklung! Ich mag es nicht, auf der Stelle zu stehen. Mir hat ja niemand beigebracht, Musik zu machen. Ich habe mir alles selber beigebracht. Und so möchte ich es auch weiterhin machen. Es gibt noch so viel zu lernen und zu entdecken! Bei diesem Album habe ich so viel über Vocal-Recording gelernt. Und ich habe gelernt, meine Tracks etwas zu reduzieren, damit noch Platz für die Vocals ist. Also musste ich ziemlich Verantwortung an jemand anderen abgeben. Dies fiel mir anfangs nicht leicht. Manchmal hat sich das Stück dann auch in eine ganz andere Richtung entwickelt, als die Vocals da waren. Aber da muss man sich dann einfach mal locker machen und loslassen. Ich weiß, dass ich noch längst nicht am Ende meiner Reise bin. Doch wohin sie mich bringt, ist noch komplett offen ...