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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Outermost Edge«

Alex Stolze

Hinter Genre-Bezeichnungen wie Electronica und Neoklassik verbirgt sich oftmals eine Pop-Formel, die wie im Fall von »Outermost Edge« nur schwer abzulehnen ist.

Geschrieben am

Alex Stolze scheint ein sehr kopflastiger Künstler zu sein. Seine Musik kommt nicht ohne gesellschaftskritischen Überbau aus: Man liest von ihm, dass er Angst um Europa habe und als ehemaliger DDR-Bürger die Vielfalt schätze. Außerdem besuchte er mit seinem Haus-und-Hof-Instrument, der selbst gebastelten Violine, Dover und Calais. In der französischen Küstenstadt unternahm er einen musikalischen Abstecher in den Dschungel, das Zeltlager mit zeitweise 10.000 Flüchtenden. Davon mag man halten, was man möchte. Letztlich alles gut und richtig. Vielleicht nimmt er sich aber auch ein wenig zu viel vor. »Outermost Edge« wird schließlich kaum die EU zusammenhalten können.

Aber bitte nicht falsch verstehen: Die Platte ist nichts für die Tonne. Wer geübt ist, an dem ganzen Neoklassik-Schmonzes vorbeizuhören, und auch den scheinbar zwangsläufigen Berlin-Beat (also ein poppiges Boom-Tschack-Boom-Tschack) aushält, dem ist ein ganz pittoreskes Werk sicher. In ihren besten Momenten erinnert die LP an Owen Pallett alias Final Fantasy. Obwohl dessen Werk bis heute viel zu wenig gewürdigt wurde und eigentlich noch mal durchgehört werden müsste, kann man sich über weitere Apologeten der etwas verschwurbelten Pop-Musik ja gar nicht beschweren. Gerade die zweite Hälfte der Platte überzeugt in dieser Hinsicht.

Alex Stolze

Outermost Edge

Release: 23.03.2018

℗ 2018 NoNoStar Records