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Alex Gopher

Alex Gopher

Alex Gopher, Mitbegründer des damaligen französischen Filterhouse-Booms (u. a. „Superdiscount“, WUZ), meldet sich zurück. Und hat seine Gitarre mitgebracht. Nicht nur das, auch ehemalige Mitstreiter seiner damaligen Band Orange (Godin & Dunckel alias Air) und „Superdiscount“-Produzent Etienne De Cré
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Alex Gopher, Mitbegründer des damaligen französischen Filterhouse-Booms (u. a. „Superdiscount“, WUZ), meldet sich zurück. Und hat seine Gitarre mitgebracht. Nicht nur das, auch ehemalige Mitstreiter seiner damaligen Band Orange (Godin & Dunckel alias Air) und „Superdiscount“-Produzent Etienne De Crécy sind mit von der Partie. Dass Gopher anno 2007 wieder zu seinen (songwriterischen) Wurzeln zurückkehrt, könnte man als Zeichen dafür deuten, dass House bzw. Dance-Music in Frankreich nicht mehr den Stellenwert hat wie Mitte der 90er. Obwohl es dafür auch immer noch genug Gegenbeweise gibt wie beispielsweise die euphorische Resonanz auf den zweiten Teil der „Superdiscount“-Geschichte oder der Erfolg des Kitsuné-Labels. Es könnte aber auch der Versuch sein, sich neu zu definieren, um aus dem für ihn zu eng gestrickten House-Korsett auszubrechen. Denn Gopher war schon immer ein Grenzgänger, selbst sein größter Erfolg „The Child“ war ein Zwitter aus Zeitlupen-House und traditionellen Jazz-Vocals, die auf elektronischem Dope-Sound dahingleiteten. „Alex Gopher“ vereint nun Haupteinflüsse seiner Vergangenheit, die zwischen New Order, Devo und den Talking Heads pendeln, mit seinem elektronischen Background. Das klingt in besten Momenten wie Phoenix und Benjamin Diamond auf elektronischer Schlittenfahrt ins Discount-Wunderland. In schlechteren wie eine französische Pantomime zu Indie-Rock (z. B. „The Game“). Und in der Mitte ist es ein durchaus nettes Pop-Album geworden mit einigen ruhigen Ausflügen ins luftige Air-Metier, z. B. „The White Lane“, „Boulder Colorado“ oder das naiv-kindliche „Song For Paul“.

Auf jeden Fall wirft dieses Second-Coming Fragen auf:
Zuletzt verkündeten Justice, dass 2007 das Comeback des Filterhouse werde. Siehst du das ähnlich, und findest du diese Ankündigung auch ein bisschen Furcht einflößend?

Filterhouse war ja eigentlich nie wirklich weg. Aber jede Art von Revival ist mir natürlich recht. Und es stimmt ja auch, gerade bewegt sich eine neue Produzenten-Szene von Leuten, die sich wieder verstärkt auf den French House der Mid-90s beziehen. Digitalism zum Beispiel oder auch Sebastian, Boys Noize und eben Justice. Da wird dem einstigen „cheesy“ Genre ordentlich Credibility zurückgegeben. Vor diesem Movement werde ich sicher keine Angst haben.
Du warst 2006 ja selbst auch wieder sehr erfolgreich. Hast du je damit gerechnet, in der doch sehr wandelbaren Dance-Music einen so kontinuierlichen Zuspruch zu erreichen?
Dem würde ich so nicht zustimmen. Als Pop-Akteur ist es eigentlich in der Dance-Music-Szene leichter zu altern als in vielen Rock-Bands. Sorgen machen mir eher die ewigen Schwierigkeiten, die das Musik-Biz als solches birgt. Der Zuspruch des Publikums kommt indes eigentlich immer von selbst. Ach ja, und 2006 lief natürlich wirklich gut. Die „Superdiscount“-Tour mit Etienne war eine tolle Sache, und die Motorcycle-EP auf Kitsuné hat mich auch überrascht.
Das neue Album geht ziemlich nach vorne. Was war für dich dabei der größte Unterschied im Vergleich zu den Arbeiten davor?
Der Hauptunterschied waren sicher die verwendeten Tools. Früher habe ich einen Track immer mit einem Sample oder einer Basslinie starten lassen. Diesmal dagegen geht’s meist mit Gitarre oder Klavier los. Das Ergebnis ist mir emotional so viel näher. Ja, und den größten Einfluss auf die Songs hat wieder – auch wenn’s esoterisch klingen mag – all der viele Kram, der sich in meinem Unterbewusstsein angesammelt hat.