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»Party«

Aldous Harding

Nein, eine Party veranstaltet die Neuseeländerin Aldous Harding auch auf ihrem zweiten Album nicht. Glücksgefühle gibt’s trotzdem.
Geschrieben am
Todessehnsüchte, innere Getriebenheit, Bestien und Jäger – das auch in hiesigen Breiten hochgelobte 2014er-Debüt von Hannah »Aldous« Harding wirkte mit seiner düsteren, archaischen Bildsprache stellenweise wie eine 1960er-Folk-Variante von PJ Harvey. Wie treffend, dass die Mittzwanzigerin Album Nummer zwei nun mit Harveys künstlerischem Dauerpartner John Parish aufgenommen hat. Diesmal war Hardings psychische Verfassung beim Songwriting besser, und so tauchen in den Texten auch Liebe, Verlangen und Momente der Erfüllung auf. Wenn es jedoch heißt: »I was as happy as I’d ever been«, folgt schon wenig später ein »The doom I felt and the death I smelt«. Und selbst ein energetisch eingeworfenes »Hey!« und »Yes!« machen noch kein Festival der guten Laune. Dafür hat Parish den spartanischen Akustik-Sound Hardings mit Klavier, Rhodes-Orgel, Saxofon und programmierten Beats unaufdringlich ausgepolstert, während Harding ihre stimmliche Bandbreite zwischen Joanna-Newsom-Kindlichkeit und dramatischer Chanteuse auslotet. Ihre Intensität geht der Neuseeländerin dabei Gott sei Dank nicht verloren. Möge sich der Harding-Hype fortsetzen. 

Aldous Harding

Party

Release: 19.05.2017

℗ 2017 4AD