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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

One More Drifter In The Snow

Aimee Mann

Da denkt aber jemand rechtzeitig ans Weihnachtsgeschäft. Folkrock-Beauty Aimee Mann lässt schon im goldenen Oktober mit „One More Drifter In The Snow“ selig die Glöckchen klingeln. Ist ihr lang anhaltender Kampf gegen die US-Musikindustrie damit eigentlich verloren? Oder nur auf Eis gelegt? Wie dem
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Da denkt aber jemand rechtzeitig ans Weihnachtsgeschäft. Folkrock-Beauty Aimee Mann lässt schon im goldenen Oktober mit „One More Drifter In The Snow“ selig die Glöckchen klingeln. Ist ihr lang anhaltender Kampf gegen die US-Musikindustrie damit eigentlich verloren? Oder nur auf Eis gelegt? Wie dem auch sei: Auf dem Plattencover sitzt sie verträumt auf einem Plastik-Elch und bringt Harmonie in die sonst so hektische Vorweihnachtszeit. Kaufhausphobien, „Jingle Bells“-Gewitter aus den Lautsprechern, gestresste Leute, die über den Markt rüpeln, stromverbrauchende Über-Beleuchtung, ätzend hell, und dann diese Nikoläuse, die an fast jeder Hauswand hochkraxeln. Igitt – aber hey, sonst: super Stimmung. Mit acht Klassikern aus der 40er/50er-Retroschachtel – in Erinnerung u. a. an Frank Sinatra, Bing Crosby und Peggy Lee – kreiert Frau Mann ihre ganz persönliche christliche Unterhaltung. Abgesehen von der amerikanischen Witzigkeit à la „You’re A Men One Mr. Grinch“, verschont sie uns mit lästigen Kinderchören und konzentriert sich auf gefühlvolle Streicher, triumphierende Bläserarrangements, Orgelklänge und ihre betörende Stimme. Ob „White Christmas“ es tatsächlich verdient hat, von der Oscar-nominierten Dame noch mal gecovert zu werden, sei mal dahingestellt. Immerhin gesellen sich hier auch zwei Eigenproduktionen dazu, für die sie bittersüße Schreibhilfe von Ehemann Michael Penn erhielt („Calling On Mary“ und „Christmastime“).