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Hinterland

Aim

„Cumbria“ – aha, Umbrien? Ostblock? Südamerika? Das ist mir zuerst durch den Kopf gegangen, als ich in der Biografie gelesen habe, dass der Mann hinter Aim aus eben Cumbria stammt. Barrow-in-Furness, stand da weiter. Okay, jetzt ist es einfach: Stratford-upon-Avon-like. Nur weiter
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„Cumbria“ – aha, Umbrien? Ostblock? Südamerika? Das ist mir zuerst durch den Kopf gegangen, als ich in der Biografie gelesen habe, dass der Mann hinter Aim aus eben Cumbria stammt. Barrow-in-Furness, stand da weiter. Okay, jetzt ist es einfach: Stratford-upon-Avon-like. Nur weiter im Norden, pretty much um die Ecke vom Arsch der Welt. Hier wohnt Andy Turner also. Im Hinterland. Vor mir, hinter mir, neben mir gilt nicht - war in Andy Turners Leben nie ein Problem, denn in Barrow-in-Furness gibt’s nix außer ein bisschen Wasser, Kloster und Dorfkirche. Und weil ihm das irgendwann zu dröge wurde, begann er früh mit Schlagzeugspielen. Parallel dazu entwickelte er noch, schön pubertäts-like, seine Affinität für Horror- und Splatter-Filme. Die Sache mit Schlagzeuger-in-Indie-Band legte er nach ein paar Jahren wieder ad acta und fuhr statt dessen immer häufiger in die nahegelegene Großstadt zum Platten-Kaufen. Immer auf der Suche nach kruden Beats fiel er irgendwann dem Plattenverkäufer des Fat City Record Shops, Mark Rae, seines Zeichen die eine Hälfte von Rae & Christian, auf. Die beiden kamen ins Gespräch, irgendwann machte Mark ein Label auf und nahm Andy unter Vertrag. „Hinterland“ ist bereits das zweite Album des schüchternen Cumbriers, der in seinen Stücken gern Fragmente alter Evil-Knievel-Interviews, gemischt mit Filmfetzen und komischen Gitarrensounds, benutzt. Im Ergebnis hört sich das allerdings nicht wie knarzende, schepprig-beliebige Experimentalmusik an, es ist vielmehr ein ganz wundervoller Soundtrack. Manchmal unberührbar zart und dann wieder mitwippig beaty. Irgendwo zwischen Stina Nordenstam, Rockers Hi-Fi und DJ Shadow. Ideal für Hollywoodschaukeln, Kamin-Bärenfelle und lange Reisen.