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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Nix mehr egal«

Ahzumjot

Die Meinungsdiktatur des Mainstreams ficken und die Erwartungen der anderen auf den Kopf stellen – viele junge Künstler haben einen ambitionierten Schlachtplan, bevor sie in die Arena steigen.
Geschrieben am
Alan Julian Asare, seit 2011 Hoffnungsträger des Deutschrap, hat mehr als nur einen Plan, er hat eine schonungslose Meinung. Er hält nicht viel von Zynismus und Ironie (schade), pocht dafür aber doppelt und dreifach auf Haltung. Er trägt Trenchcoats in Berlin (Hipster?), war mal Moderator eines »Final Fantasy«-Forums, tourte mit Casper und Cro und rappte lange Zeit davor fragwürdige Hooks wie »L.A. bitches fuck all night / L.A. bitches niggas don’t fight / L.A. bitches one to blow / L.A. bitches that’s all we know« (nicht dein Ernst?!).

Doch Rap ist Dechiffrierarbeit auf 15 Gramm Polycarbonat. »Nix mehr egal« liefert den Beweis. Auch wenn es auf der neuen Platte nicht viel zu rätseln gibt, die Arsch-auf-Eimer-Konstellation ergibt sich mit Tomte-Bassist Nikolai Potthoff, der deutlich versucht, an den Erfolg des 2011er-Selfmade-Albums »Monty« anzuknüpfen. Das heißt, sich gemeinsam im Studio einzupferchen, um 13 Stücke mit viel Bass und Electropop-Versatzstücken unter reflektierte und intelligente Zeilen zu spielen. Sich gemeinsam gegen den Stumpfsinn der Gesellschaft aufzulehnen ist das proklamierte Ziel. Rebellion mit Ahzumjot, ein Fulltime-Job – mit großem Klang und großen Gesten!

In drei Worten: Final Fantasy / Pathos-Rap / Schonungslos
- Ahzumjot »Nix mehr egal« (Vertigo Berlin / Universal / VÖ 22.08.14)