×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Expatriarch Generations

Aérea Negrot interviewt Longopus

Seit 2010 lotet Expatriarch mit einer Radioshow und Veranstaltungen die Begriffe »Gender« und »Genres« innerhalb der Berliner Musiklandschaft aus. In der Serie sucht sich ein_e etablierte_r Künstler_in eine_n Newcomer_in aus, um diese_m als Mentor_in zu dienen. Intro ist auch bei der neuen Reihe wieder Medienpartner und präsentiert die Interviews dazu. Los geht's mit Aérea Negrot und Longopus.
Geschrieben am
Seit 2010 lotet Expatriarch mit einer Radioshow und Veranstaltungen die Begriffe »Gender« und »Genres« innerhalb der Berliner Musiklandschaft aus. Nun kommt ein weiteres verwandtes Konzept dazu, nämlich jenes der »Generationen». »Expatriarch Generations« ist eine Veranstaltungsreihe, in welcher etablierte Musiker_innen Newcomer_innen auswählen, vorstellen und supporten, um sie auf eine Karriere im Musikbusiness vorzubereiten. Gast der kommenden Generations-Ausgabe ist Aérea Negrot (BPitch Control, ex-Hercules & Love Affair), welche sich dafür entschieden hat, mit Longopus a.k.a. Mark Furlong zu arbeiten.

Mark hat bereits im frühen Alter angefangen, Musik zu komponieren – er spielt Klavier, Cello und Guitarre – und hat in seiner späten Teenagerzeit sogar eine Karriere als Mormonen-Popstar begonnen. Nachdem er 10 Jahre in New York gelebt und in dieser Zeit eine Pause vom Musikschreiben gemacht hat, hat er nun Zuflucht in Berlin gefunden. »Ich habe Mark vor einem Jahr durch einen Freund kennengelernt. Die Chemie stimmte direkt!«, erzählt Aérea. »Er erklärte mir, dass er seinen Traum verfolgt, Musik zu machen. Seine klassischen Einflüsse und seine Leidenschaft für elektronische Musik bilden die perfekte Mischung für seine durch und durch melodiösen und delikaten Beats.«

Longopus wird zum ersten Mal am 15. Mai im Berliner Schwuz im Rahmen der »Hop Topic«-Partyreihe live performen, neben DJ-Sets von Aérea Negrot, Joey Hansom and Fata Kiefer. Hier sind einige Höhepunkte des Gesprächs, das Aérea als Mentorin mit ihrem Zögling Longopus führte.

Longopus: Hast Du Dein Wissen zu Equipment, Software oder Technik irgendwo gelernt? Oder hast Du Dir das selbst beigebracht? Ist es für Dich ein Learning-By-Doing-Prozess, bei dem Du einfach schaust, was funktioniert und was nicht?
Aérea Negrot: Das Magische an der Arbeit mit Musik – und das werden Dir viele Profis bestätigen -  ist, dass es zwar viel technisches Wissen gibt, dass man sich aneignen kann. Es gibt viele technische Aspekte, die Du über die Jahre hinweg erlernen und und mit denen Du Dich befassen kannst. Aber wenn es gut klingt: Zieht es einfach durch.

Man will einerseits seinen Traum aufrecht erhalten, andererseits arbeitet man auch in einem anderen Job und hat nur begrenzt freie Zeit. Wie schafft man es, den Fokus auf seiner Musik zu halten, wenn man weiß, dass man ja nur zwei Tage hat - nämlich das Wochenende. Das Wochenende, an dem man ja auch noch seine Wäsche und andere Sachen erledigen muss. Wie schafft man es, sich dann zu sagen, »So, jetzt muss ich aber kreativ sein«? Wie legt man da den Schalter um?
Jeder kreative Prozess hat seinen begrenzten Zeitrahmen. Manchmal sind es drei Tage, an denen man nicht schläft – weil man einfach diese Idee hat, und dann legt man sich drei Stunden hin und schläft und geht zurück an die Arbeit, weil man so aufgeregt ist. Aber es gibt auch die Situation, dass man Prioritäten setzen muss - gerade wenn man auch ein »normales« Leben hat – und das hat ja jeder. Dann gibt es Momente, wo man zum Beispiel gerade Möbel verkauft, und plötzlich an so etwas denkt wie: »It's time for the percolator, it's time for the percolator, it's time for the percolator«. Und anstatt dann zu Duschen oder etwas zu Abend zu essen, bringt man eben diese Ideen zusammen.

Du hast Dir eine großartige Karriere aufgebaut. Welches Wissen, dass Du jetzt hast, hättest Du gerne schon gehabt, als Du angefangen hast?
Diese Welt, die Szene für elektronische Musik, gibt Dir viel zurück. Man feiert viel, hat wilde Nächte, trifft viele interessante Menschen und trägt coole Klamotten. Das Wichtigste aber ist: Wenn Du keinen Spaß an den Momenten hast, in denen Du Musik machst, wirst Du Dich immer leer fühlen.