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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Die denkwürdigsten Intro-Konzertnachlesen 2012

Adventslisten 2012

In der Adventszeit liest Intro noch mal in den denkwürdigsten Konzertnachlesen 2012 nach.
Geschrieben am

01 20 Jahre Intro live: »Für Thees Uhlmannwar der Auftritt in Köln ein kleines Heimspiel, wohnte der Tomte-Vorsteher doch ein zeitlang in unserer schönen Stadt. Das Studium, das eigentlich der Anlass dafür war, blieb zwar unbeendet, aber hey – sonst hätten wir ja nicht all die tollen Stücke von ihm.«

02 Refused live: »Warum es die Band jetzt doch wieder gibt, erklärt der wiedererblondete Dennis Lyxzén direkt von der Bühne weg: Im heutigen Rock ginge es nur noch um Party und Alkohol, daher hätten Refused zurückkehren müssen, um das aufrührerische Potenzial dieser Musik neu zu erwecken. Sagt’s und steht dabei unter einem großen magentafarbenen Telekom-Logo – absurder geht es kaum.«

03 Kanye West und Jay-Z live: »Über die hohen Eintrittsgelder dürfte sich trotz des stets eher mittelmäßigen Sounds der Lanxessarena kaum jemand geärgert haben, denn das Gebotene war so einmalig, dass man noch seinen Enkeln erzählen wird: »Ey, ich hab Jay-Z gesehen. Ach ja, und diesen anderen, der so geschwitzt hat.«

04 Blur live: »Selbstverständlich spielen Blur auch ihre beiden neuen Songs. Während die monumentale Epik von »Under The Westway« fast den Atem verschlägt, entwickelt das verspielt-explosive »The Puritan« live eine derartige Wucht, dass noch in der benachbarten Wulfrun Hall die Fensterscheiben klirren dürften.«

05 Lady Gaga live: »Lady Gaga erscheint als Disco-Nazgul, ein fliegendes Gesicht in einem Neon-Käfig erklärt, sie sei ein Space Renegade auf der Flucht und schließt mit der freundlichen Bitte: »Kill da bitch!«. Plötzlich macht es Sinn, dass ich all das mit einem Manowar-Kuli protokollieren, ich fühle mich geborgen und Zuhause.«

06 Pet Shop Boys live: »Dass eine derart lange und atemberaubende Karriere einen entspannten Umgang mit dem eigenen Schaffen hervorruft, zeigt Sänger Neil Tennant, der als eleganter Conférencier durch die Show führt und offen einräumt, dass die erste, unverschämt eingängige Auskopplung »Winner« eigentlich gar nicht für Olympia, sondern eine Castingshow vorgesehen war: »As you can see we're not afraid of looking uncool.«

07 Muse live: »Matthew Bellamy und seine zwei Schulfreunde treten unspektakulär und geerdet auf, die Gitarrenwucht erreicht das Showbiz-Level, und als ob die Briten jemandem etwas beweisen wollten, mutet die Beschnupperungsphase an, als ob Iron Maiden auf den Salzburger Festspielen aufträten.«

08 John Cale live: »Cale knallt dem geduldigen Publikum mit »Satellite Walk« eine auf spröden Plastik-Synthie-Pop getrimmte Nummer von seinem 85er Album »Artificial Intelligence« entgegen, die er mit spöttisch wegwerfender Geste als »funny little ditty« ankündigt. Danach ist Schluss. Es gibt keine Zugabe. Zumindest in seiner Lustlosigkeit beweist er Konsequenz.

09 Trail Of Dead live: »Trail Of Dead lösen sich vom Schnickschnack im Sound und vom Zertrümmern als Ritual. Im Zentrum steht wieder allein die Wucht ihrer Songs und die funktionieren ganz offensichtlich besser denn je.«

10 Smoke Blow live: »Und weil heute alles erlaubt ist, was Spaß macht, werden auch Cover-Nummern abgefeuert. Zuallererst »Mother«von Schinkengott Glenn Danzig, später »Sabbath Blood Sabbath«aus der Ozzy-Ära der Band Black Sabbath (die ja, wie alle wissen, `78 mit dem Album »Never Say Die!«endete) und »White Wedding« von Billy Idol. »Mann bin ich besoffen«, platzt es aus Letten zwischendurch heraus, bevor er unvermittelt nach hinten verschwindet.«

11  Liars live: »Die Band schert sich einen Teufel um Kohärenz und wirft die brachialen Punk-Gewitter ihres 2010 erschienenen Albums »Sisterworld« ohne Rücksicht mit den kryptisch-atmosphärischen Synthesizer-Eskapaden ihres jüngsten Werkes »WIXIW« durcheinander.«

Alle Adventslisten findet ihr hier.