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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Mein Song und seine Geschichte

Adam Green »Jessica«

Antifolk-Songwriter Adam Green war zu Beginn des Jahrtausends dank seiner Band The Moldy Peaches kein Unbekannter mehr. Doch erst ein seltsamer Song über die US-Musikerin und -Schauspielerin Jessica Simpson brachte dem New Yorker Wunderkind den internationalen Durchbruch. Für uns schrieb Green die Geschichte hinter seinem Song auf. 
Geschrieben am
»Als Jugendlicher träumte ich davon, mal einen Teeny-Popstar zu daten, aber nie ging es in meinen Vorstellungen dabei um Jessica Simpson. Dann aber sah ich ein Bild von ihr in einer Zeitschrift, auf der sie eine seltsame Fratze schnitt. Sie sah schrecklich aus auf dem Foto, und das blieb haften. Die Grundstruktur des Songs ›Jessica‹ fiel mir kurz danach nachts ein, als ich nicht schlafen konnte.

Ich hatte eine Idee für die Gesangsmelodie, und ihr Name passte perfekt zu den Noten. Mir war das sofort peinlich, weil ich überhaupt keinen Song über Jessica Simpson schreiben wollte, aber da war es schon zu spät - ich hatte es bereits getan.

Im Nachhinein glaube ich, dass ich ›Jessica‹ vor allem geschrieben habe, weil ich verstört war und überhaupt nicht verstehen konnte, warum die Leute Jessica Simpson mochten. Ich malte mir beim Schreiben ihre Zukunft deshalb absichtlich tragisch aus. Bald handelte der Song aber schon gar nicht mehr wirklich von ihr. Eher von jemandem, der bloß den gleichen Namen wie die richtige Jessica Simpson trägt.

Der Songtext handelt davon, unecht zu sein. Davon, passé zu sein, mit einem Schlag kulturell unbedeutend und unerwünscht. Davon, alles tun zu wollen, um gesellschaftlich wieder am Leben zu sein. Doch im Song hat sich Jessica verirrt und kann ihren Weg nicht finden.
Dass ›Jessica‹ so ein Hit werden könnte - mein vielleicht bekanntester Song -, hätte ich nie gedacht, ehrlich. Ich habe ihn sogar sehr lange überhaupt niemandem vorgespielt, weil ich fand, er sei lächerlich. Mein Freund Turner Cody hörte dann ein Demotape mit dem Stück, das ich aufgenommen hatte, und meinte, dass ich es live spielen solle.

Als ich das tat, wurde mir klar, dass der Song Potenzial hatte, bekannt zu werden. Heute spiele ich ›Jessica‹ immer noch bei den meisten Konzerten und bin oft überrascht, wie viele Leute den Text kennen. In letzter Zeit macht es mir Spaß, das Ende auszureizen, lange zu improvisieren.
Es ist wunderbar, einen Song wie ›Jessica‹ zu haben. Ein Song, den viele Menschen kennen - auch wenn es witzig ist, dass ich selbst bis heute nicht genau weiß, wovon er eigentlich handelt.«
Jessica
Jessica Simpson 
where has your love gone 
it’s not in your music no 
you need a vacation 
to wake up the cavemen 
and take them to mexico 

Jessica Jessica Simpson 
you've got it all wrong 
your fraudulent smile 
the way that you thinked it the day that you die 

My body's in shambles 
encrusted with brambles 
that sharpen the air I breathe 
whats on the menu 
Jessica can you 
take down my order please 

Jessica Jessica Simpson 
you've got it all wrong 
your fraudulent smile 
the way that you thinked it the day that you die e 

Tomorrow gets closer 
a purple bulldozer 
is calling you on the phone 
your lovelife precedes you 
your son in law feeds you 
injections of cortisone 

Jessica Jessica Simpson 
you've got it all wrong 
your fraudulent smile 
the way that you thinked it the day that you die 

Jessica Simpson 
where has your love gone its not in your music, so where has it gone then? Jessica...