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Broken Promise

Absolute Grey

Ein wahrer Schatz tritt da zutage, den man bei 'Strange Ways' in irgendwelchen alten Plattensammlungen aufgetan hat -Musikarcheologie, oder wie immer man das nennen mag. Die Band ABSOLUTE GREY kommt (oder besser kam) aus der Gegend von N.Y. und existierte dort nur knapp zwei Jahre, von Anfang 1984 b
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Autor: intro.de

Ein wahrer Schatz tritt da zutage, den man bei 'Strange Ways' in irgendwelchen alten Plattensammlungen aufgetan hat -Musikarcheologie, oder wie immer man das nennen mag. Die Band ABSOLUTE GREY kommt (oder besser kam) aus der Gegend von N.Y. und existierte dort nur knapp zwei Jahre, von Anfang 1984 bis Ende '85. Vier Studioalben brachten sie in dieser kurzen Zeit heraus, die rückblickend als Meilensteine in der Entstehung der East-Coast-Neo-Folkszene zu sehen sind. Diese vier Alben plus frühe Demo- und Liveaufnahmen finden sich auf 'Broken Promise', einer Zusammenstellung, die in Sachen Vollständigkeit nichts zu wünschen übrigläßt. Irgendwo zwischen den letzten Wehen des Punk und der Geburt der späteren Prozac Nation taumelnd, dokumentiert diese Anthology die Aufbruchsstimmung von vier High-School-Kids, die noch glaubten, mit Musik die Welt verändern zu können. Und hört man sich heute Stücke wie 'Memory Of You', 'Perfect Life' oder 'Killing Birds' an, will man auch daran glauben. Ungeschliffene Song-Rohlinge mit einer Prise New-Wave-Melancholie, die wegen ihrer offensichtlichen Naivität erst richtig unter die Haut gehen. Mitchell Rasors intensives Bass-Spiel und Elizabeth Browns verloren wirkender Gesang, der schmerzt, ohne weh tun zu wollen. Gleichzeitig eine erhabene Schlichtheit, die von wahrer Größe zeugt. Doch das Versprechen, eine wirklich große Band zu werden, wurde nie eingelöst. Die Ironie der Geschichte wollte es so, daß sich ABSOLUTE GREY mit dem Album 'Sand Down The Moon' 1987 endgültig verabschiedeten, während College-Kollegen wie LIZ PHAIR oder SEAM gerade den Grundstein ihrer Karriere legten. 'Broken Promise' weist zurück auf diese Wurzeln - man kann beinahe die Musiker leicht melancholisch zwinkern sehen, während sie sagen 'Hey dude, you shoulda been there.'