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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

3x DIN-A0 / Stefanie Seibold

A Reader

Ein Reader, der gar kein Reader ist, sondern ein visuelles, künstlerisch-politisches Archiv – eine bestechende Idee, die die kanonisierte Vorstellung von Wissensvermittlung anhand linear angeordneter, vollgedruckter Theorieseiten schön auf den Kopf stellt. Und nicht nur diese Tradition wird von der
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Ein Reader, der gar kein Reader ist, sondern ein visuelles, künstlerisch-politisches Archiv – eine bestechende Idee, die die kanonisierte Vorstellung von Wissensvermittlung anhand linear angeordneter, vollgedruckter Theorieseiten schön auf den Kopf stellt. Und nicht nur diese Tradition wird von der in Wien lebenden Künstlerin Stefanie Seibold verdreht und dekonstruiert: “A READER represents a realm of desire that deals with the development of strategies to denaturalise normative concepts of identity, bodies, sex and gender”, beschreibt sie selbst die drei zusammengelegten, collagenhaft bunt bedruckten Plakate, auf denen sich durch Fotos, Flyer, Zeitungsausrisse und Notizen zu homosexuellen Tieren, queeren Musik-Acts wie Rhythm King And Her Friends und Soft Pink Truth, Michel Foucault als Popstar, Caravaggio-Gemälden und aktionistischen Slogans genderterroristische Netzwerkfäden ziehen. Eines von vielen Artefakten, das nach mentaler Notiz ruft: der Aufruf der Berliner Volksbühne von 1959. “Bühne, sei propagandistisch! Propaganda, sei kommunistisch!”