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»Pinned«

A Place To Bury Strangers

Mit neuer Drummerin finden die New Yorker Noise-Grenzgänger den Weg zu einem etwas »geordneteren« Chaos. Aber kein Grund zur Sorge: Der obligatorische Gehörschutz bleibt weiterhin dringend empfohlen.

Geschrieben am

Schon die vergangenen vier A-Place-To-Bury-Strangers-Alben waren nicht unbedingt Freudenspender, sondern eher von Hoffnungslosigkeit dominierte, apokalyptische Gitarrengewitter. Wie schlimm sollte es dann erst nach der Schließung von Mastermind Oliver Ackermans Hardware-Schmiede Death By Audio im Jahr 2014 und der unerträglichen präsidialen Schmierenkomödie im Weißen Haus kommen? Die Antwort fällt überraschend moderat aus: Natürlich geht Ackerman auf »Pinned« wie gewohnt mit überladener Effektbatterie zu Werke, und das Gerüst aus Cold-Wave-Bassläufen, mechanisch-krautigen Drums und Distortion bis zum Abwinken fühlt sich sofort vertraut an.

Dennoch hat man das Gefühl, dass infernalische Lärmeskapaden wie etwa in »Never Coming Back« nicht mehr uferlos wüten, sondern ein Stück weit im Zaum gehalten werden. Es finden sich deutlich postpunkigere Elemente als noch auf den Vorgängern, sogar vergleichsweise cleane Gitarrenlinien wie etwa in »Was It Electric«. Gerade auch die häufigen Gesangsparts der neu installierten Drummerin Lia Simone Braswell lassen das Klangbild der Band deutlich nuancierter erscheinen und verleihen dem Album einen neuen, fast schon vitalen Spirit. Vielleicht besteht zumindest doch ein Funken Hoffnung in all dem Chaos. Man muss einfach nur durchhalten.

A Place to Bury Strangers

Pinned

Release: 13.04.2018

℗ 2018 Dead Oceans